Bei dicker Dünndarmwand und Schmerzen muß der Chirurg ran

NEAPEL (gwa). Ultraschall ist eine wichtige diagnostische Stütze bei Patienten mit Bauchschmerzen, bei denen als Ursache ein mechanischer Subileus vermutet wird. Werden bei der einfachen Untersuchung, die auch Hausärzte machen können, weite Dünndarmschlingen mit verdickten Wänden und freie Flüssigkeit festgestellt, sollten Betroffene sofort zur Operation in eine Klinik eingewiesen werden.

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Der Grund, warum bei Dilatation der Schlingen (normal bis 4 cm) und gleichzeitig verdickten Dünndarmwänden (normale Wanddicke 1 bis 2 mm) sofort gehandelt werden muß: Diese Befunde sind Ausdruck einer Durchblutungsstörung in den Darmwänden mit Wandödem. Eine Ischämie droht. Zusätzlich kommt es zu Exsudat, im Ultraschall als Flüssigkeit zwischen den Schlingen zu sehen.

Zwar wird in der kontroversen Diskussion um den Stellenwert der diagnostische Sonographie bei Subileus immer wieder angeführt, daß Darmluft die Untersuchung behindere. Doch Dr. Roberto Grassi von der Second University in Neapel in Italien und seine Kollegen haben in einer retrospektiven Studie bei 150 Patienten mit Dünndarmobstruktion gute Erfahrungen gemacht (EJR 50, 2004, 5). Bei allen Patienten waren die Weite der Schlingen, Dicke der Wände und das Vorhandensein freier Flüssigkeit zwischen den Schlingen mit einem herkömmlichen Ultraschallgerät (Multifrequenzkopf 3,5 bis 7 MHz) zu beurteilen.

Sonographische und intraoperative Befunde korrelierten gut: Jeder fünfte Patient hatte einen hochgradigen Ileus mit weiten Schlingen, verdickten Wänden und freier Flüssigkeit. Die anderen hatten weite Schlingen mit dünnen Darmwänden. Akute Gefahr bestand bei ihnen also nicht.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ultraschall macht auch bei Ileus Sinn

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