Max-Planck-Institut

Bioreaktor für Impfstoff-Viren

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MAGDEBURG. Gelbfieber- und Zika-Erreger sowie andere Flaviviren für Impfstoffe könnten künftig hoch-konzentriert in Bioreaktoren vermehrt werden, berichten Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) für Dynamik komplexer technischer Systeme. Die bisher dafür benötigte umständliche Produktion in Hühnereiern ließe sich so umgehen.

Das MPI-Team um Privatdozentin Dr. Yvonne Genzel und Alexander Nikolay hat dazu mehrere Ansätze kombiniert, berichtet das Institut in einer Mitteilung. Zunächst haben sie in einem Bioreaktor mit Nährlösung die erforderlichen tierischen Wirts-Zellen vermehrt. Ein Gerät an dem Bioreaktor saugt dabei einen Teil der Lösung regelmäßig an und pumpt diese zurück. Verbrauchte Nährlösung und Abfallstoffe gelangen so aus dem Reaktor heraus.

Die in der Lösung schwimmenden Zellen werden durch Membranschläuche zurückgehalten. Während dieses Perfusionsprozesses ermittelt eine Sonde ständig die Konzentration der Zellen, woran die Versorgung mit frischem Nährmedium angepasst wird. So würden in dem Reaktor Zellkonzentrationen vom bis zu 75-fachen des bisherigen Standards erreicht (Appl Microbiol Biotechnol 2018; online 8. August). Anschließend infizieren die Forscher die Zellen mit Gelbfieber-Viren.

Verwendet werden angepasste Erreger, die sich besonders gut in den tierischen Zellen vermehren. So ließen sich in einem Bioreaktor mit einem Liter Volumen bereits in zwei Wochen so viele Gelbfieber-Viren vermehren, wie für zehn Millionen Impfdosen benötigt. (eis)

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