Künstliche Tränenflüssigkeit

Bleibt bald kein Auge mehr trocken dank Lipidforschung?

Forscher haben die Lipide des Tränenfilms synthetisch nachgebildet. Eine künftige Therapieoption bei trockenen Augen?

Veröffentlicht: 03.09.2018, 10:17 Uhr

BERLIN. Wissenschaftlern in Australien ist ein Fortschritt beim Verstehen der Zusammensetzung des Tränenfilms gelungen, meldet der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann. Hieraus könnten in Zukunft effektivere Behandlungsmöglichkeiten für trockene Augen entstehen (J Lipid Res 2018; online 15. Juni).

Seit Jahren versuchen Wissenschaftler die genaue Zusammensetzung der Lipide des Tränenfilms zu identifizieren, um zu verstehen, wie er auf der einen Seite vor Verdunstung schützen und gleichzeitig eine weiche Oberfläche schaffen kann, die eine klare Sicht zulässt. Eine Lipidklassifizierung namens OAHFA wurde in der Zusammensetzung entdeckt und als essenziell für die Entstehung der weichen Oberfläche identifiziert.

Bis jetzt war niemand dazu in der Lage, die Zusammensetzung aller Komponenten auf Molekularebene eindeutig zu bestimmen, da die Konzentration von den OAHFAs zu gering war, heißt es in der Mitteilung des Instituts.

"Wir haben uns nicht einzelne Tränen angesehen, sondern den Tränenfilm, der die Augenoberfläche umgibt und schützt. Das Ziel der Studie war es, die genaue molekulare Struktur der am häufigsten vorkommenden OAHFAs im Tränenfilm auszumachen. Durch die Anwendung hoch spezifischer massenspektrometrischer Techniken haben wir das tatsächlich geschafft," wird einer der Studienautoren, Professor Todd W. Mitchell in der Mitteilung zitiert.

"Mit der detaillierten Struktur der OAHFA in der Hand war unser Team dazu in der Lage, die ersten künstlich nachgebildeten Versionen der Lipide zu erstellen. Hierdurch wurde der Grundstein für die weitere Untersuchungen der physischen und biochemischen Eigenschaften gelegt", so Autor Professor Stephen Blanksby.

"Künftige Forschung wird aufdecken, wie die einzelnen Bausteine dazu in der Lage sind, den Tränenfilm zu stabilisieren und effektivere Behandlungsmöglichkeiten für trockene Augen liefern." (eb)

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