Künstliche Tränenflüssigkeit

Bleibt bald kein Auge mehr trocken dank Lipidforschung?

Forscher haben die Lipide des Tränenfilms synthetisch nachgebildet. Eine künftige Therapieoption bei trockenen Augen?

Veröffentlicht:

BERLIN. Wissenschaftlern in Australien ist ein Fortschritt beim Verstehen der Zusammensetzung des Tränenfilms gelungen, meldet der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann. Hieraus könnten in Zukunft effektivere Behandlungsmöglichkeiten für trockene Augen entstehen (J Lipid Res 2018; online 15. Juni).

Seit Jahren versuchen Wissenschaftler die genaue Zusammensetzung der Lipide des Tränenfilms zu identifizieren, um zu verstehen, wie er auf der einen Seite vor Verdunstung schützen und gleichzeitig eine weiche Oberfläche schaffen kann, die eine klare Sicht zulässt. Eine Lipidklassifizierung namens OAHFA wurde in der Zusammensetzung entdeckt und als essenziell für die Entstehung der weichen Oberfläche identifiziert.

Bis jetzt war niemand dazu in der Lage, die Zusammensetzung aller Komponenten auf Molekularebene eindeutig zu bestimmen, da die Konzentration von den OAHFAs zu gering war, heißt es in der Mitteilung des Instituts.

"Wir haben uns nicht einzelne Tränen angesehen, sondern den Tränenfilm, der die Augenoberfläche umgibt und schützt. Das Ziel der Studie war es, die genaue molekulare Struktur der am häufigsten vorkommenden OAHFAs im Tränenfilm auszumachen. Durch die Anwendung hoch spezifischer massenspektrometrischer Techniken haben wir das tatsächlich geschafft," wird einer der Studienautoren, Professor Todd W. Mitchell in der Mitteilung zitiert.

"Mit der detaillierten Struktur der OAHFA in der Hand war unser Team dazu in der Lage, die ersten künstlich nachgebildeten Versionen der Lipide zu erstellen. Hierdurch wurde der Grundstein für die weitere Untersuchungen der physischen und biochemischen Eigenschaften gelegt", so Autor Professor Stephen Blanksby.

"Künftige Forschung wird aufdecken, wie die einzelnen Bausteine dazu in der Lage sind, den Tränenfilm zu stabilisieren und effektivere Behandlungsmöglichkeiten für trockene Augen liefern." (eb)

Mehr zum Thema

Deutlicher Effekt bei Diabeteskranken

Schützen GLP-1-Analoga vor Glaukomen?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Leitartikel zur Pflegeversicherung

Herr Minister Lauterbach, in der Pflege brennt es lichterloh!

Lesetipps
Prof. Florian Wagenlehner, Urologe an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Leitlinienautor der S3-Leitlinie zur unkomplizierten Harnwegsinfektion, gibt an, dass eine nichtantibiotische Therapie als Alternative zur antibiotischen Behandlung erwogen werden kann, da wie Studien gezeigt haben, bei ungefähr zwei Drittel der Patientinnen auf Antibiotika verzichtet werden könne.

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Blick in die überarbeitete Leitlinie

Auf Antibiotika verzichten? Was bei unkomplizierter Zystitis hilft