Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesgesundheitsministerium

Blutspende-Beschränkungen für Homosexuelle werden überprüft

Veröffentlicht:

Berlin. Umstrittene Beschränkungen beim Blutspenden für homosexuelle Männer sollen überprüft werden. Für den 3. November ist dafür eine erste vorbereitende Sitzung der zuständigen Arbeitsgruppe vorgesehen, wie das Bundesgesundheitsministerium auf eine Frage des FDP-Abgeordneten Jens Brandenburg antwortete. Zuerst berichtete das ZDF am Donnerstag darüber. Konkret geht es um eine Neubewertung der Vorgabe, dass Männer zwölf Monate nach dem letzten Sexualverkehr mit Männern von Blutspenden zurückgestellt werden. Geprüft werden soll demnach nun, diese Frist auf vier Monate zu verkürzen.

Lesen sie auch

Brandenburg sagte: „Das pauschale Blutspendeverbot für homosexuelle Männer bröckelt, und das ist gut so.“ Vorgeschriebene Enthaltsamkeit von zwölf Monaten sei völlig überzogen und lebensfremd. Eine Verkürzung auf vier Monate sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch ein diskriminierendes Pauschalurteil. „Nicht die sexuelle Identität, sondern tatsächliches Risikoverhalten soll den Ausschlag geben.“

Der Arbeitsgruppe gehören Vertreter der Bundesärztekammer, des Bundesministeriums, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts an. Hintergrund ist eine Richtlinie, dass Menschen ein Jahr lang von Blutspenden zurückgestellt werden, deren „Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko“ etwa für HIV birgt. Genannt werden unter anderem Heterosexuelle mit oft wechselnden Partnern, Prostituierte und „Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben“.

Lesen sie auch

Eine im Mai in Kraft getretene Gesetzesänderung legt fest, dass die Bewertung von Risiken, die zu einer gruppenbezogenen Rückstellung von Blutspenden führen, im Fall neuer medizinischer, wissenschaftlicher und epidemiologischer Erkenntnisse zu überprüfen ist. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt