Direkt zum Inhaltsbereich

SARS-CoV-2

Bundesregierung bildet Corona-Krisenstab

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland bilden Bundesinnenministerium und Bundesgesundheitsministerium gemeinsam einen Krisenstab. Jens Spahn (CDU) sieht zudem eine „neue Qualität“ im Umgang mit der Erkrankung erreicht.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz über die Situation in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz über die Situation in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

© Christophe Gateau/dpa

Berlin. Aufgrund weiterer bestätigter Fälle des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine „neue Qualität“ im Umgang mit der Erkrankung erreicht. „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie“, sagte Spahn am Mittwochabend vor Journalisten in Berlin. Es sei davon auszugehen, dass sich das Virus weiter ausbreite.

Der Grund dafür: Es gebe inzwischen zahlreiche Personen, die mit Erkrankten in Kontakt gekommen seien, so Spahn. „Die Infektionsketten sind teilweise – und das ist eine neue Qualität – nicht nachzuvollziehen.“

Daher sei es „fraglich“, ob die bisherige Strategie, das Virus einzugrenzen und Infektionsketten zu beenden, weiterhin greife, sagte Spahn. „Deswegen komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, sich nicht erfüllen wird.“

Landespandemiepläne sollen in Kraft gesetzt werden

Er habe seine Länderkollegen daher in einer Telefonkonferenz gebeten, ihr Landespandemiepläne in Kraft zu setzen – sofern noch nicht geschehen. Am kommenden Mittwoch wolle er mit den Gesundheitsministern der Länder weitere Schritte beraten. Mit Vertretern der Ärzteschaft, der Kassen, der Kliniken, der Apotheker und der Pflege sei er bereits zusammengetroffen, „um zu diskutieren, wie wir angemessen auf die neue Situation reagieren können“.

Noch befinde sich Deutschland in der im Pandemieplan vorgesehenen „Phase“, mögliche Infektionen rechtzeitig zu erkennen und Kontaktpersonen zu isolieren, machte der Gesundheitsminister deutlich. In den nächsten Tagen oder Wochen könne jedoch eine Situation eintreten, in der dieses Vorgehen nicht mehr funktioniere und alle Kontakte zu Erkrankten nicht mehr ermittelt werden könnten.

„Hausaufgaben“ für Ärzte und Pfleger

Laut Spahn enthalten die Pandemiepläne der Länder unter anderem Vorgaben, wie sowohl die Bevölkerung als auch Ärzte und Pflegekräfte zu informieren sind. In den Plänen sei konkret beschrieben, wie im Pandemiefall „jeder seine Hausaufgabe zu machen hat“.

An die Bundesbürger richtete Spahn den Rat, nicht bei jedem Husten gleich zum Arzt zu gehen. Gleichwohl solle man seinen Hausarzt anrufen, wenn man innerhalb von 14 Tagen nach einer Reise in eines der Risikogebiete Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot feststelle.

Bei vorhandener Symptomatik und einem Verdacht solle besser „einmal mehr als einmal zu wenig“ auf das Virus getestet werden, betonte Spahn. „Am Geld beziehungsweise an der entsprechenden Erstattung darf es nicht scheitern.“ Auch der kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 werde in Kürze entsprechende Informationen bereithalten.

Engpässe bei Schutzausrüstung absehbar

Dass es bei der Schutzausrüstung für das medizinische Fachpersonal zu Engpässen kommen könne, sei „offenkundig absehbar“, gestand Spahn ein. Die Situation verschärfe sich dadurch, dass der Bedarf weltweit und jetzt auch in Europa steige und die größten Produzenten entsprechender Produkte teils in China beheimatet seien.

Reisebeschränkungen, Grenzkontrollen oder gar Grenzschließungen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen oder verhältnismäßig, stellte Spahn klar.

Krisenstab zur Viruseindämmung geplant

Unterdessen wurde bekannt, dass die Bundesregierung einen Krisenstab zur Eindämmung des Coronavirus plant. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Gesundheitsminister Spahn wollten dazu noch an diesem Donnerstag informieren, hieß es am Mittwoch in einer Einladung, über die die Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Lesetipps
Verwaistes Berufsutensil: Wo Kolleginnen und Kollegen den Hut nehmen, sind die verbliebenen Leistungserbringer nicht selten mit überbordender Nachfrage konfrontiert.

© Justlight / Generated with AI / Stock.adobe.com

Versorgung

Ärztemangel: Hilfe, mein Nachbar macht die Praxis dicht!

In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor