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COPD verursacht Muskelabbau und fördert Infarkte

WIESBADEN (hbr). COPD-Patienten sind mehrfach gefährdet. Denn bei ihnen ist nicht nur die Lunge beeinträchtigt: Auch das Herz ist in Gefahr. Gewichtsverlust und Muskelabbau sind weitere Risiken.

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Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) macht nicht an der Lungengrenze halt, stellte Professor Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover beim Internistenkongreß in Wiesbaden fest: Die COPD ist eine inflammatorische Systemerkrankung. Deshalb können auch die Muskulatur und das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigt sein.

So hat sich vor kurzem gezeigt, daß die COPD bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt die dritthäufigste Begleiterkrankung ist, berichtete Welte bei einem von Altana und Pfizer unterstützten Symposium.

Das Wissen um diesen Zusammenhang verdankt die Medizin übrigens US-amerikanischen Versicherungsgesellschaften, die nach Risikofaktoren für den Myokardinfarkt suchen ließen. Inzwischen weiß man auch, daß das Infarktareal um so größer ist, je schlechter die Lungenfunktion ist.

Die COPD-typische Gewichtsreduktion hängt offenbar mit dem Zytokin TNF-alpha zusammen. So wurden in einer Studie mit 37 gesunden Probanden und 81 COPD-Patienten bei den Lungenkranken deutlich erhöhte Werte gefunden. "Die Patienten mit den hohen Zytokinspiegeln waren diejenigen mit der schlechten Lungenfunktion. Sie zeigten eine Verdoppelung des Proteinabbaus im Vergleich zu Patienten mit noch normaler Lungenfunktion", sagte Welte.

Außerdem verändert sich der Aufbau der Muskeln. Es kommt zur Umstellung auf anaerobe Stoffwechselprozesse. Das Ergebnis sei ein genereller Verlust an Muskelkraft sowie ein spezieller Verlust an Atemmuskelkraft, so Welte. Das fördert wiederum die Entwicklung der respiratorischen Insuffizienz - ein Circulus vitiosus.

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