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Präzisionsonkologie

Chance für Krebskranke mit NTRK-Genfusion

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Berlin. Die EU-Kommission hat für den Tropomyosin-Rezeptor-Kinase-(TRK-) Hemmstoff Larotrectinib erstmals eine vollständig tumoragnostische Zulassung ausgesprochen. Jetzt gilt es, die entsprechende Genfusion auch bei möglichst vielen Krebspatienten zu erkennen.

Larotrectinib hemmt die drei TRK-Subtypen A, B und C, für die das in den drei Varianten 1, 2 und 3 existierende, neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase(NTRK)-Gen codiert. Bei einer Fusion des NTRK-Gens mit anderen Genen ist der jeweilige TRK-Subtyp überaktiv. Die NTRK-Genfusion sei eine starke Treibermutation bei vielen Tumoren, sagte Privatdozent Dr. Philipp Ivanyi von der Klinik für Hämatologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Der Vorteil von Larotrectinib gegenüber anderen Tyrosinkinaseinhibitoren sei, dass es sehr spezifisch nur die bei der NTRK-Genfusion überaktiven Kinasen hemme, so Ivanyi bei einer vom Unternehmen Bayer Vital unterstützten Veranstaltung. Das führe zu einer hohen Effektivität sowie relativ guter Verträglichkeit. NTRK-Genfusionen wurden nachgewiesen bei über 30 Tumorarten, unter anderem in je über 90 Prozent der Fälle beim sekretorischen Speicheldrüsenkarzinom sowie beim pädiatrischen Fibrosarkom. Beim Schilddrüsenkarzinom sind es bis zu 15 Prozent der Patienten, beim Adenokarzinom der Lunge bis zu 3 Prozent.

Larotrectinib wurde als Monotherapie zugelassen für Erwachsene und Kinder mit soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion und fortgeschrittener Erkrankung. Basis für die Zulassung war eine gepoolte Analyse einer Phase I-Studie, der pädiatrischen Phase I/II-Studie SCOUT und der bei Jugendlichen und Erwachsenen durchgeführten Phase II-Studie NAVIGATE. Die insgesamt 122 Patienten der für die Zulassung relevanten Studien litten unter anderen an Schilddrüsen-, Mamma-, Kolon- und Cholangiokarzinomen sowie unterschiedliche Sarkomen. Die Therapie führte bei 81 Prozent der Patienten zum Therapieansprechen. Der Median der Ansprechdauer ist noch nicht erreicht.

Entscheidend werde jetzt sein, für Larotrectinib geeignete Patienten mit NTRK-Genfusion auch zu erkennen, betonte Professor Thomas Seufferlein, Klinik für Innere Medizin am Uniklinikum Ulm. Dies gelinge am besten mit Next Generation Sequencing (NGS), alternativ mit FISH oder PCR. Ein Screening sei zudem mittels Immunhistochemie möglich. (gvg)

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