Schmerzen

Chancen für Magenschutz bei NSAR-Therapie

MÜNCHEN (hae). Der für Risiko-Patienten bei NSAR-Therapie wichtige medikamentöse Magenschutz wird noch nicht häufig genug verordnet, hat eine repräsentative Umfrage ergeben. Vom Magenschutz profitieren besonders Patienten über 65, mit Ulkusanamnese oder mit NSAR-Langzeittherapie.

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Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Acetylsalicylsäure zählen zu den am häufigsten verordneten und eingenommenen Medikamenten weltweit. Nach Schätzungen sterben allein in Deutschland jährlich 6000 Patienten an NSAR-assoziierten, meist gastrointestinalen Wirkungen. 38  000 Patienten müssen stationär aufgenommen werden.

Der für Risikopatienten essentielle medikamentöse Magenschutz wird jedoch noch zu oft nicht verordnet, wie aus einer repräsentativen Umfrage bei knapp 8500 niedergelassenen Ärzten hervorgeht. Professor Peter Malfertheiner aus Magdeburg hat die Umfrageergebnisse bei einer Veranstaltung von Altana in München vorgestellt. Ein gastrointestinales Risiko bei NSAR-Einnahme haben Patienten

  • mit Ulkusanamnese
  • im Alter über 65 Jahre
  • mit NSAR-Langzeit-Therapie

Ihr relatives Risiko für gastroduodenale Ulzera ist mindestens um den Faktor 4 bis 5 erhöht, erinnerte Malfertheiner. Dennoch verordnet nur ein Drittel (35,7 Prozent) der befragten Ärzte älteren Patienten immer oder sehr häufig einen Magenschutz.

Auch bei hochdosierter NSAR-Therapie oder bei Einnahme mehrerer NSAR verordneten nicht alle Kollegen eine Ulkusprophylaxe - das taten 61 und 57 Prozent. 63 Prozent der Ärzte gaben an, die gleichzeitige Einnahme von Antikoagulantien zu beachten.

Was auffiel: Orthopäden verordneten zwar am häufigsten NSAR, zugleich aber am seltensten gastroprotektive Substanzen bei Risikopatienten. Als Grund nannten die Kollegen außer fehlender medizinischer Notwendigkeit am häufigsten den Budgetdruck, berichtete Malfertheiner.

Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol (Pantozol®) haben sich als wirksamste Substanzgruppe erwiesen, und sie sollten sofort gegeben werden, so Malfertheiner. Denn das Risiko für gastrointestinale Ulzera unter NSAR oder Acetylsalicylsäure sei im ersten Monat der Einnahme am größten und zudem nicht an Symptome gekoppelt.

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