Gynäkologie

Cholestase-Therapie mindert Frühgeburt-Risiko

MÜNCHEN (wst). Jede 500. bis 1000. Schwangere in Mitteleuropa bekommt eine intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase. Mit Ursodeoxycholsäure läßt sich dabei der quälende Juckreiz lindern und das erhöhte Risiko für eine Frühgeburt senken.

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Eine intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase tritt meist im dritten und nur gelegentlich auch schon im zweiten Trimenon auf, hat Professor Ulrich Beuers vom Klinikum München Großhadern berichtet. Typisch sei ein quälender Juckreiz, der von einem milden Ikterus begleitet sein kann, sagte Beuers bei der ärztlichen Fortbildung "Fokus Hepatologie" in München. Die Serumwerte von Transaminasen und Gallensäuren sind erhöht.

Fehlt der Pruritus, ist erweiterte Diagnostik notwendig

Ohne Pruritus ist eine intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase praktisch ausgeschlossen, wie Beuers bei der von der Falk Foundation und Essex Pharma unterstützten Veranstaltung betonte. Hat eine Schwangere einen Ikterus oder auffällige Leberwerte und keinen Juckreiz, müsse nach anderen Ursachen wie einer Virushepatitis oder obstruierenden Gallengangsteinen gesucht werden.

Warum und wie es bei manchen Frauen zu der Erkrankung kommt, ist unklar. Nach epidemiologischen Daten gibt es sowohl Hinweise auf umweltbedingte als auch auf erbliche Komponenten. Denn: In Mitteleuropa ist nur jede 500. bis 1000. Schwangere betroffen; in Skandinavien sind es ein bis zwei Prozent und in Teilen Lateinamerikas sogar acht bis 15 Prozent aller Schwangeren.

Werden Patientinnen mit intrahepatischer Schwangerschafts-Cholestase nicht behandelt, kommt es bei 20 bis 60 Prozent von ihnen zu einer Frühgeburt und bei ein bis zwei Prozent zu einer Totgeburt.

Nach Studienergebnissen reduziert eine frühe Therapie mit Ursodeoxycholsäure (etwa Ursofalk®), täglich 10 bis 15 mg pro Kilogramm Körperwicht, den Juckreiz und die Leberwerte der Mütter deutlicher als Cholestyramin. Offensichtlich werde mit der Therapie auch das Risiko von Früh- oder Totgeburten durch die Behandlung mit Ursodeoxycholsäure weitgehend bannt, sagte Beuers.

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