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Suchterkrankungen

Crystal Meth macht rasch psychisch abhängig

Häufige Folgen des Missbrauchs von Crystal Meth sind auch beeinträchtigte kognitive Fähigkeiten in Form von Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen. Das kann zu Problemen beim Start der Therapie führen.

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KREFELD. Der Missbrauch von Crystal Meth, einem Meth-Amphetamin, kann bekanntlich gravierende psychische und körperliche Folgen haben.

"Zunächst stimuliert Crystal stark, wirkt euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl und löst innerpsychische Barrieren, wodurch sich meist die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit verbessern. Anschließend ist der Drang zu wiederholtem Konsum groß, mit gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit", erinnert Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP), in einer Mitteilung des BVDP.

"Bereits ein einmaliger Konsum kann bei Personen zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Zudem kommt es vergleichsweise schnell zur Toleranzentwicklung, die dann eine Dosissteigerung erforderlich macht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen", so Roth-Sackenheim.

Konsumenten beschrieben selbst, dass der Drogenkonsum nach kurzem Zeitraum für sie nicht mehr kontrollierbar sei, auch weil sie die Entzugssymptome als nicht aushaltbar erleben", so Roth-Sackenheim.

Müdigkeit und Schmerz wird unterdrückt

Neben einem ausgeprägten Suchtverhalten kann der Drogengebrauch auch die Entwicklung von Psychosen fördern, die mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Denkstörungen einhergehen.

Auch körperliche Beeinträchtigungen, wie Gewichtsverlust, Zahnschäden, Hautentzündungen sowie Herzrhythmusstörungen können sich bei wiederholtem Konsum einstellen.

Der Konsum von Meth-Amphetamin unterdrückt auch Müdigkeit, Hungergefühl und Schmerzen.

Je nach Konsumform und Dosis hält die Wirkung der Droge zwischen 12 bis 36 Stunden an, berichtet der BVDP.

Nach Abklingen der Wirkung stellten sich bald Unruhe und depressive Verstimmung sowie Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit ein. Häufige Folgen seien weiterhin beeinträchtigte kognitive Fähigkeiten, die in Form von Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen erscheinen.

Problem: Termine werden nicht im Kopf behalten

"Tatsächlich ist Unfähigkeit, sich an Termine zu erinnern ein Problem bei der Therapie. Bei Erstkontakt versucht man daher, den Betroffenen Behandlungstermine innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen", wird die Psychiaterin zitiert.

"Darüber hinaus muss die Patientenaufklärung in den ersten Monaten regelmäßig wiederholt werden, weil Betroffene die Informationen vergessen haben könnten. Auch die Therapiematerialien müssen möglichst leicht verständlich sein."

Die Behandlung lässt sich zeitlich in Entzug, Entwöhnung und Rückfall-Vorbeugung (Rezidiv-Prophylaxe) unterteilen. Sie kann je nach Schweregrad der Suchterkrankung ambulant oder stationär erfolgen. "Die Behandlung zielt dann darauf ab, die Motivation zur Enthaltsamkeit aufzubauen.

Auch sollen die Patienten ihre Kontrollfähigkeit wiedererlangen, um sich gegen einen weiteren Konsum entscheiden zu können", erläutert die niedergelassene Psychiaterin und Psychotherapeutin aus Andernach.

"Denn eine Suchterkrankung nimmt Menschen die Möglichkeit, sich für ein anderes Verhalten als das Suchtverhalten entscheiden zu können. Diese verlorenen Freiheitsgrade sollen die Betroffenen wieder erlangen".

Nach der akuten Therapie ist in der Regel eine weiterführende ambulante Betreuung wichtig, um die Menschen dabei zu unterstützen, langfristig abstinent zu bleiben. (eb)

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