Kolorektales Karzinom/Darmkrebs

Darm-Ca-Vorsorge zu wenig genutzt

LUDWIGSHAFEN (bd). Wie in den vergangenen Jahren ist auch der März 2006 wieder Darmkrebs-Monat. Aus diesem Anlaß fordert Professor Jürgen F. Riemann, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke, Hausärzte dazu auf, als Lotsen zu fungieren und Patienten verstärkt auf die Darmkrebs-Früherkennung hinzuweisen.

Veröffentlicht: 13.02.2006, 08:00 Uhr

Etwa eine Million Menschen in Deutschland haben seit Einführung der Vorsorge-Koloskopie 2002 von der Darmkrebs-Früherkennung Gebrauch gemacht. Bei fast einem Drittel ist eine Krebsvorstufe entdeckt worden. Einer aktuellen Studie zufolge werden durch die Vorsorge-Koloskopie 45 Prozent der Darmkarzinome im Frühstadium I entdeckt. Ohne Vorsorge waren es nur 25 Prozent, wie Riemann bei der Auftakt-Pressekonferenz zum Darmkrebs-Monat März 2006 in Ludwigshafen gesagt hat.

Das Früherkennungsangebot werde noch viel zu selten genutzt, um schon einen meßbaren Effekt auf die Darmkrebs-Sterblichkeit zu sehen, so der Gastroenterologe. Nur fünf Prozent der etwa 20 Millionen Anspruchsberechtigten hätten bisher das Angebot wahrgenommen. Ein Trend zur Senkung der Sterblichkeit bei Darmkrebs sei aber erkennbar. Ziel der Stiftung LebensBlicke, die Riemann 2002 gegründet hat, ist die Verdopplung der Zahl von Vorsorge-Koloskopien in diesem Jahr. Bis 2010, so das Ziel der Stiftung, soll die Darmkrebs-Sterblichkeit halbiert werden. In Deutschland erkranken pro Jahr 66 000 Menschen an Darmkrebs, 30 000 sterben daran.

Nach Angaben von Riemann wirkt der Reklame-Effekt des Darmkrebs-Monats März bis in den Sommer nach - es werden dann vermehrt Vorsorge-Koloskopien in Anspruch genommen. Aufgrund der sinkenden Aufmerksamkeit in den darauf folgenden Monaten will die Stiftung im Herbst wieder verstärkt an die Öffentlichkeit gehen.

Weitere Infos im Internet unter www.darmkrebsmonat.de

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