Direkt zum Inhaltsbereich

Erste Hinweise

Darmbakterium fördert Übergewicht

Ein Darmbakterium könnte die Zucker- und Fettaufnahme aus dem Dünndarm verstärken und somit eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Adipositas spielen.

Veröffentlicht:

POTSDAM. Das natürlicherweise im menschlichen Darm beheimatete Bakterium Clostridium ramosum fördert die Entstehung von Übergewicht - zumindest bei Mäusen (mBio 2014; online 30. September).

Dieses Studienergebnis lege nahe, dass die Mikroben bei fettreicher Ernährung dazu beitragen, die Zucker und Fettaufnahme aus dem Dünndarm zu verstärken, teilt das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) mit. Die höhere Aufnahme von energieliefernden Nährstoffen lasse Fettpolster schneller wachsen.

Frühere Untersuchungen wiesen darauf hin, dass der Bakterienstamm der Firmicuten, zu denen auch C. ramosum gehört, Übergewicht fördern kann. Zudem wurde ein Zusammenhang zwischen dieser Mikrobenart und dem metabolischen Syndrom gefunden, aber der Mechanismus war unbekannt.

Erstaunlicher Effekt

Die DIfE-Forscher hatten keimfreie Mäuse mit Bakterien des menschlichen Darms besiedelt und dabei in drei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe beimpften sie mit einer für den Menschen typischen Mikrobiota aus sieben Bakterienarten ohne C. ramosum.

Die zweite Gruppe besiedelten sie ausschließlich mit C. ramosum. Der dritten Gruppe übertrugen sie den Mix aus den sieben Mikrobenarten und zusätzlich C. ramosum.

Danach erhielten die Mäuse vier Wochen lang fettreiche Kost. Unterschiede zwischen den drei Gruppen bei Futteraufnahme und Verdauung waren nicht festzustellen.

Allerdings nahmen die beiden Mausgruppen, die mit C. ramosum besiedelt waren, deutlich mehr an Gewicht und Körperfett zu, als die Mäuse ohne diese Bakterienart. Analysen zeigten, dass Mäuse mit C. ramosum in Dünndarmzellen verstärkt Transportproteine für die Aufnahme von Fettsäuren, Trauben- und Fruchtzucker produzierten.

Erstaunlich sei, dass eine einzige Bakterienart einen so starken Effekt habe und dieser nur bei fettreicher Ernährung auftrete, heißt es in der Mitteilung. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Lesetipps
Echzeitdarstellung der Blutzuckermessung auf einem Smartphone

© Remigiusz Góra / stock.adobe.com

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien