Temporärer Schutz

Defibrillator-Weste bringt Zeitgewinn

Zum tragbaren Kardioverter-Defibrillator LifeVest® gibt es umfangreiche Registerdaten. Sie wurden kürzlich durch eine randomisierte klinische Studie ergänzt.

Veröffentlicht: 25.10.2018, 08:41 Uhr

BERLIN. Die LifeVest®-Defibrillatorweste ist seit 2000 in Europa zertifiziert und kann als Hilfsmittel verordnet werden. Sie besitzt außerdem eine Empfehlung in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie für das Management ventrikulärer Arrhythmien und die Prävention des plötzlichen Herztods (PHT).

Die Defibrillatorweste bietet Patienten mit hohem PHT-Risiko die Möglichkeit, die risikoreiche Zeit der ersten 40 Tage nach dem Ereignis bis zur Entscheidung für oder gegen einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) zu überbrücken.

Privatdozent Dr. Carsten W. Israel, Evangelisches Krankenhaus Bethel, Bielefeld, verwies bei einer von der Zoll CMS GmbH unterstützten Veranstaltung bei den DGK Herztagen in Berlin auf die umfangreiche Evidenz aus Registerstudien mit mehr als 20.000 Patienten. Aktuell werden diese Erfahrungen durch eine Metaanalyse bestätigt. Darin konnte die Defibrillatorweste in 95,5 Prozent der Fälle lebensbedrohliche ventrikuläre Tachykardien oder Kammerflimmern erfolgreich terminieren. Die Rate inadäquater Schocks war mit 0,9 Prozent niedrig.

Einen weiteren Beitrag zur Evidenz leistet die kürzlich publizierte VEST-Studie (Vest Prevention of Early Sudden Cardiac Death). Darin wurde untersucht, inwieweit der Wearable Cardioverter Defibrillators (WCD) das Mortalitätsrisiko innerhalb von 90 Tagen nach akutem Myokardinfarkt reduzieren kann. Eingeschlossen waren 2302 Patienten mit einem LVEF≤35 Prozent. Primärer Endpunkt war der PHT, sekundärer die Gesamtmortalität.

Wie Dr. Andreas Fach, Klinikum Links der Weser, Bremen, erläuterte, ließ sich in der Studie die PHT-Inzidenz nicht signifikant verringern. Als eine mögliche Ursache dafür sieht er die unerwartet geringe mittlere WCD-Tragzeit von 14 Stunden, die damit deutlich niedriger lag als etwa im deutschen WCD-Register (23,1 Stunden). Außerdem trugen 2,8 Prozent der Patienten in der WCD-Gruppe das Hilfsmittel überhaupt nicht. Der sekundäre Endpunkt Gesamtmortalität verringerte sich in der Studie jedoch signifikant (RRR 36 Prozent, absolut 1,8 Prozent). (cb)

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