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Menopause

Depressionen kehren nach Hormontherapie oft zurück

Frauen, die während der Wechseljahre eine Depression entwickeln und diese mit einer Hormontherapie in den Griff bekommen, müssen damit rechnen, dass die Beschwerden nach Behandlungsende wiederkommen.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Wird die Hormonersatztherapie abgesetzt, kann es bei Frauen, die unter perimenopausalen Depressionen litten, erneut zu Symptomen kommen.

Wird die Hormonersatztherapie abgesetzt, kann es bei Frauen, die unter perimenopausalen Depressionen litten, erneut zu Symptomen kommen.

© roboriginal / fotolia.com

BETHESDA. Allgemein geht man davon aus, dass eine nachlassende Funktion der Ovarien und ein sinkender Östradiolspiegel das Auftreten einer Depression begünstigen. In einerrandomisierten Placebo-kontrollierten Studie haben Peter Schmidt und Kollegen vom National Institute of Mental Health in Bethesda die Rolle des Östradiolmangels bei der postmenopausalen Depression untersucht (JAMA Psychiatry 2015; 72(7): 714-726).

Hierzu schlossen sie 56 gesunde Frauen jenseits der Menopause zwischen 45 und 65 Jahren in die Studie ein. 26 von ihnen hatten in der Vergangenheit an einer perimenopausalen Depression (PMD) gelitten, die im Rahmen einer Hormonersatztherapie (HRT) behandelt werden konnte. Die Gruppe der Kontrollprobandinnen bildeten asymptomatische Frauen, die auch nie zuvor an einer Depression erkrankt waren.

Verschiedene Scores eingesetzt

Während einer Open-label-Phase erhielten alle Teilnehmerinnen zunächst drei Wochen lang 100 µg Östradiol transdermal pro Tag. Nach dieser Vorbehandlung zeigte zum Zeitpunkt der Randomisierung in die Östradiol- (12 Frauen mit vorausgegangener PMD, 15 Kontrollen) oder die Placebogruppe (14 Frauen mit vorausgegangener PMD, 15 Kontrollen) keine der Frauen Symptome einer Depression.

Teilnehmerinnen der Verumgruppe setzten nun ihre Östradioltherapie über weitere drei Wochen in gleicher Dosierung fort, Probandinnen in der Placebogruppe erhielten wirkstofffreie Pflaster. Am Ende erhielten alle Frauen eine Woche lang Medroxyprogesteronacetat oral, um eine Abbruchblutung zu provozieren. Depressive Symptome wurden wöchentlich mittels verschiedener Scores ermittelt.

Während der Open-label-Phase mit Östradiol klagte keine der Probandinnen über depressive Symptome. Bei Frauen mit behandelter perimenopausaler Depression, die von Östradiol auf Placebo umgesetzt wurden, verstärkte sich die depressive Symptomatik im Vergleich zur Ausgangssituation.

So stiegen beispielsweise die Scores auf der Depressionsskala und der Hamilton-Skala (17 Fragen) durchschnittlich von 2,4 bzw. 3,0 unter Östradiol auf 8,8 bzw. 6,6 nach dem Umsetzen auf Placebo. Auch einige VAS-Symptom-Scores verschlechterten sich gegenüber der Ausgangssituation (etwa Depression, soziale Isolation, frühes Erwachen am Morgen sowie die Motivationslage).

Keinerlei depressive Symptomatik zeigte sich dagegen bei Frauen mit früherer PMD, die die Östradioltherapie nach der dreiwöchigen Basisbehandlung fortsetzten, sowie bei sämtlichen Frauen der Kontrollgruppe. Probandinnen unter Placebo zeigten unabhängig von ihrer depressiven Vergangenheit ähnlich starke Hitzewallungen, und die Plasma-Östradiolspiegel waren ebenfalls vergleichbar.

Frauen über Depression aufklären

Das Nichtauftreten depressiver Symptome in der Kontrollgruppe trotz identischer Hormonveränderungen, so Schmidt und Kollegen, sei der Nachweis dafür, dass der perimenopausale Östrogenverlust bei manchen Frauen das Zentralnervensystem empfänglicher für eine Depression mache als bei anderen.

Bei besonders anfälligen Frauen könnten physiologische Veränderungen der Östradiolsekretion im Ovar diesen pathologischen psychischen Zustand triggern. Der Grund für die unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber dem stimmungsdestabilisierenden Effekt eines Östradiolrückgangs ist bislang allerdings unklar.

Es sei aber wichtig, so die Autoren, dass Frauen mit entsprechender Anamnese über die Möglichkeit des erneuten Auftretens einer Depression nach Beenden einer HRT aufgeklärt würden.

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