Kommentar zur E-Zigaretten-Studie

Der Teufel und der Beelzebub

Dampfen ist nicht weniger schädlich fürs Herz als rauchen, so eine Übersichtsarbeit. Welchen Nutzen hat dann die E-Zigarette noch?

Marco MrusekVon Marco Mrusek Veröffentlicht:

Ja, sie existiert tatsächlich irgendwo im Zwiespalt zwischen Entwöhnung, Schadensminimierung, Jugendgefährdung und Langzeitschaden: die Daseinsberechtigung der E-Zigarette. Auf diese Kontroverse um das Gerät weisen auch die Autoren einer aktuellen Übersichtsarbeit zu den kardiovaskulären Risiken des Dampfens hin.

Es sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass die E-Zigarette für Ärzte ein valides Mittel für die Behandlung darstellen kann: Dann zum Beispiel, wenn partout aufhörunwillige COPD-Patienten irgendwie vom Glimmstängel loszubekommen sind. Sucht ist eben Sucht, und es ist weltfremd, zu glauben, wirklich alle Raucher könnten oder wollten irgendwann einmal aus freien Stücken die Finger von der Zigarette lassen.

Doch es ist ebenso verblendet, zu glauben, aus der E-Zigarette würde nichts als Wasserdampf gesaugt. E-Zigarettendampf ist potenziell gesundheitsschädlich, und wer nicht raucht, sollte gar nicht erst mit dem Dampfen anfangen.

Wo finden sich Ärzte in diesem Zwiespalt wieder? Für sie heißt es, im Zweifelsfall Risiko und Nutzen abzuwägen, das kleinere Übel ausfindig zu machen. Zu entscheiden, ob es sich in manchen Fällen lohnt, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.

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