COVID-19

Deutsche fühlen sich kaum direkt bedroht

Das neuartige Coronavirus treibt vor allem den Japanern Angstschweiß auf die Stirn, wie eine repräsentative Befragung in neun Ländern offenbart.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

Hamburg. Mit der wachsenden Anzahl von Infizierten steigt auch die Sorge der Menschen, dass sich das neuartige Coronavirus (COVID-19) zu einer weltweiten Bedrohung entwickeln könnte – vor allem in Deutschland. Inzwischen ist mit 54 Prozent mehr als jeder zweite Bundesbürger der Überzeugung, dass die Corona-Epidemie eine große oder sogar sehr große Gefahr für die Welt darstellt, wie eine repräsentative Befragung von Bürgern in neun Ländern durch das Ipsos-Institut ergeben hat.

In keinem anderen Land sei das Bedrohungsempfinden der Bürger seit der letzten Erhebung Anfang Februar stärker angestiegen als in Deutschland (+7 Prozentpunkte), heißt es. In Großbritannien (+4), Russland (+4) und Frankreich (+3) sei der Anteil derjenigen, die das Virus als weltweite Gefahr betrachten, im Vergleich zur Vorerhebung ebenfalls angestiegen. Am höchsten sei das Bedrohungsgefühl der Menschen aktuell jedoch in Japan (66 Prozent), Italien (59 Prozent) und Australien (56 Prozent).

Japaner sehen COVID-19 als persönliche Bedrohung

Als individuelle Gefahr für das eigene Wohlergehen wird das Virus allerdings laut Ipsos nur von den wenigsten Befragten wahrgenommen. So fühlten sich lediglich sieben Prozent der Deutschen durch den COVID-19-Ausbruch in China persönlich bedroht, was sogar einem Rückgang von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorerhebung entspreche.

Auch in Australien (-4), den USA (-3), Frankreich (-2) und Kanada (-1) nehme das subjektive Gefühl, sich wegen des Virus in einer persönlichen Gefahrenlage zu befinden, tendenziell eher ab. In Japan zeige sich dagegen ein rasanter Anstieg des individuellen Bedrohungsempfindens. Während sich zuvor nur jeder sechste Japaner (16 Prozent) persönlich bedroht gefühlt habe, seien es inzwischen 26 Prozent.

Nur die wenigsten rechnen mit baldigem Ende der Epidemie

In allen neun befragten Ländern glaubt laut Ipsos eine klare Mehrheit der Befragten nicht daran, dass das Virus in absehbarer Zeit eingedämmt werden kann. In Deutschland rechne nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) damit, dass die Ausbreitung der Lungenkrankheit innerhalb der nächsten Wochen gestoppt werden kann. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) gehen stattdessen davon aus, dass es mehrere Monate (45 Prozent) oder sogar länger (23 Prozent) bis zur Eindämmung des Coronavirus dauern wird.

Auch in allen anderen Ländern überwiege die Skepsis, ob der COVID-19-Ausbruch kurzfristig unter Kontrolle gebracht werden könne. Besonders pessimistisch zeigen sich abermals die Japaner: Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) rechnen hier nicht mit einem baldigen Ende der Epidemie.

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