Deutscher Lebertag betont die Bedeutung der Leberwerte

Der 11. Deutsche Lebertag am 20. November steht unter dem Motto "wissenswerte Leberwerte". So soll für eine frühe Diagnose und Therapie sensibilisiert werden.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:
Die Leber im Modell.

Die Leber im Modell.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

NEU-ISENBURG. In den kommenden 20 Jahren wird es eine weitere Zunahme der Zahl von Patienten mit Leberkrebs geben. Alkoholmissbrauch und die Ausbreitung des Hepatitis-C-Virus (HCV) in den 80er-Jahren besonders über Blutprodukte sind die Ursachen.

Heute ist die Ansteckung mit HCV über Blutprodukte nahezu unmöglich, sagt Professor Peter Galle aus Anlass des 11. Deutschen Lebertags am 20. November. Dies sei durch rigide Kontrollen erreicht worden. Die häufigsten Infektionswege sind heutzutage infizierte Nadeln beim Gebrauch von i.v. Drogen.

Auch eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren (HBV) kann zu einem hepatozellulären Karzinom (HCC) führen, erinnert das Vorstandsmitglied der GastroLiga. Hier gibt es eine vorbeugende Impfung, ansonsten gilt sowohl für Infektionen mit HBV, als auch HCV die frühe Therapie als Schlüssel, eine Leberzirrhose und damit ein HCC zu verhindern. Denn bis zu einem Drittel aller Zirrhosepatienten entwickelt ein HCC.

Entscheidend ist auch hier die frühzeitige Diagnose einer Lebererkrankung. Die Bestimmung der Leberwerte ist kostengünstig und effektiv, bei unklarer Leberwert-Erhöhung sollten Tests auf HBV und HCV erfolgen. Um auf die Notwendigkeit der frühen Diagnose hinzuweisen und die Bedeutung der Leberwertbestimmung zu verdeutlichen, steht der Deutsche Lebertag in diesem Jahr unter dem Motto "wissenswerte Leberwerte".

Wo gibt es was?

Bundesweit finden aus Anlass des Deutschen Lebertages Infoveranstaltungen statt.

An der Charité in Berlin etwa geht es am Samstag, dem 20.11.10, bei einer Veranstaltung darum, was bei erhöhten Leberwerten getan werden soll. Am gleichen Tag gibt es in München ein Arzt-Patienten-Seminar zu autoimmunen Lebererkrankungen.

Was die Leberwerte über den Gesundheitszustand der Leber verraten ist Thema beim Patiententag der Uniklinik Heidelberg am Montag, dem 22.11.10. Mehr zu den Veranstaltungen bei www.lebertag.org. (eb)

Bei erhöhten Leberwerten kann mit einer Ultraschalluntersuchung (transiente Elastografie) der mögliche Fibrosegrad der Leber frühzeitig und nicht-invasiv bestimmt werden.

Viele Risikofaktoren für Leberzirrhose und -krebs sind direkt beeinflussbar. Reduktion des Alkoholkonsums zählt ebenso dazu wie Reduktion und Vermeiden von Übergewicht. Denn Übergewicht und ein daraus resultierender Diabetes mellitus sind Hauptrisikofaktoren für nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen.

So liegt die Prävalenz einer NAFLD (non-alcoholic-fatty-liver-disease) bei 14 bis 30 Prozent der Bevölkerung, sagt Professor Claus Niederau, Hepatologe aus Oberhausen. Die Häufigkeit der nicht-alkoholischen Fettleber steigt mit dem Körpergewicht.

Der bundesweite Aktionstag findet auch in diesem Jahr am 20. November statt. Im Rahmen des 11. Deutschen Lebertages werden wieder zahlreiche regionale Veranstaltungen wie Arzt-Patienten-Seminare, Lebertest-Aktionen und anderes stattfinden. Das teilen die drei Veranstalter Deutsche Leberhilfe, Deutsche Leberstiftung und Gastro-Liga mit. Ein Verzeichnis der Veranstaltungen und Informationsmaterial gibt es im Internet.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Lebensverlängernde Wirkung

ctDNA konnte in Studie Nutzen von COX-2-Hemmer bei Darmkrebs vorhersagen

Stark verarbeitete Lebensmittel

Gesundheitsschädliche Nahrung – eine globale Krise?

Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar

Lesetipps
Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!