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Risikofaktor Übergewicht

Die Dauer der Dicke entscheidet

Wer schon im frühen Erwachsenenalter einen BMI von 25 überschreitet und dann über Jahre hinweg langsam zulegt, lebt riskant. Ein solcher Gewichtsverlauf war in einer US-Studie mit einer deutlich erhöhten Mortalität assoziiert.

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Tragischer Fall von Adipositas: 150 Kilogramm Lebendgewicht mit 19 Jahren.

Tragischer Fall von Adipositas: 150 Kilogramm Lebendgewicht mit 19 Jahren.

© China Foto Press / imago

ST. PAUL. Der Zusammenhang zwischen (mäßigem) Übergewicht und Mortalität war bisher nur für Kinder und Jugendliche belegt. Bei Erwachsenen schien dagegen - das hatte zuletzt eine großangelegte Metaanalyse postuliert - nur für die höchsten Gewichtskategorien (BMI > 35) ein erhöhtes Mortalitätsrisiko zu bestehen.

Wie eine aktuelle Studie nahelegt, sind jedoch möglicherweise auch die Lebensjahre entscheidend, über die man die überflüssigen Pfunde mit sich herumschleppt (Am J Epidemiol 2013; online 29. Oktober).

So lebten auch Erwachsene riskant, deren Gewicht sich zunächst nur leicht über der Norm bewegt hatte, aber dann über die Jahre ständig gestiegen war, vor allem dann, wenn die Gewichtsprobleme schon in jungen Jahren angefangen hatten.

Kenneth F. Adams vom Minnesota Health Department und sein Team haben über 100.000 Nichtraucher zwischen 50 und 70 nachverfolgt. Die Daten stammen aus der "National Institutes of Health-AARP Diet and Health Study".

In der zwölfeinhalbjährigen Beobachtungszeit ereigneten sich 12.017 Todesfälle. Die absoluten BMI-Werte, die die Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren erreicht hatten, waren deutlich mit der Mortalität assoziiert.

Beispielsweise lag die altersentsprechende Todesrate für Teilnehmer, deren BMI im Alter von 18 Jahren zwischen 18,5 und 22,4 gelegen hatte, bei 8,8 pro 1000 Personenjahre. Bei einem BMI zwischen 22,5 und 24,9 stieg die Todesrate auf 10,2, ab einem BMI von 25 im 18. Lebensjahr gar auf 12,5. Die Todesraten für die entsprechenden BMI-Werte im Alter von 35 Jahren lagen bei 8,5, 8,4 und 9,7.

Gewichtszunahme in jungen Jahren besonders riskant

Auch die Gewichtsentwicklung in einem bestimmten Lebensabschnitt spielte eine Rolle für das spätere Sterberisiko. Bedenklich waren in erster Linie Zunahmen zwischen 18 und 35, in etwas geringerem Maße aber auch zwischen 35 und 50.

Ab einem zugelegten Kilo pro Jahr in diesen Altersabschnitten stieg die alters- und geschlechtsadjustierte Sterberate um 66 bzw. 61 Prozent. Wer dagegen schon die 50 überschritten hatte, war auch bei jährlich einem Kilo mehr auf den Rippen nicht nennenswert stärker gefährdet; das altersentsprechende Mortalitätsrisiko stieg hier gegenüber gewichtsstabilen Teilnehmern nur um 17 Prozent.

Besonders kritisch wurde es, wenn der BMI schon im Alter von 18 Jahren die 25 überschritten hatte und das Gewicht dann noch bis zum 35. Lebensjahr um jährlich mehr als ein Kilo angestiegen war: Das Risiko eines frühzeitigen Todes erhöhte sich in diesem Fall um mehr als das Zweieinhalbfache.

Schlank bleiben, möglichst ein Leben lang

Im Vordergrund standen kardiovaskulär bedingte Todesfälle. Bei Gewichtszunahmen von mehr als einem Kilogramm pro Jahr zwischen 18 und 35 verdoppelte sich die kardiovaskuläre Mortalität. Ähnliches galt für diejenigen, die zwischen 35 und 50 entsprechend zugenommen hatten.

Auf der sicheren Seite waren dagegen die Teilnehmer, die die meiste Zeit ihres Lebens schlank geblieben waren und erst ab 50 mehr Pfunde auf die Waage brachten: Bei ihnen veränderte sich das Herz-Kreislauf-Risiko durch die Gewichtszunahme nicht nennenswert.

Für das Mortalitätsrisiko entscheidend ist nicht nur das Gewicht im jeweiligen Lebensalter, sondern auch wie lange man im Laufe seines Lebens übergewichtig war, resümieren Adams und Kollegen.

Die besten Karten haben demnach Menschen, die schon mit Anfang 20 schlank sind und danach Gewichtszunahmen vermeiden. Die Autoren fordern daher Maßnahmen zur Gewichtskontrolle, die auch auf jüngere Erwachsene abzielen. (EO)

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