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Leitartikel

Digoxin: Neue Studie nährt Zweifel an der Sicherheit bei Vorhofflimmern

Digoxin wird neben Betablockern und Kalziumantagonisten häufig zur Frequenzregulierung bei Vorhofflimmern genutzt. Diese durch Empfehlungen in Leitlinien gedeckte Praxis muss kritisch überdacht werden.

Peter OverbeckVon Peter Overbeck Veröffentlicht:
Das Herzglykosid Digoxin wird aus der Giftpflanze Fingerhut gewonnen.

Das Herzglykosid Digoxin wird aus der Giftpflanze Fingerhut gewonnen.

© Erika Becker / fotolia

Eine neue Studie weckt Bedenken gegen eine Behandlung mit Digoxin zur Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern. Danach führt das Herzglykosid möglicherweise zu einer Zunahme von Todesfällen.

Digoxin, ein aus der Giftpflanze Fingerhut gewonnenes herzwirksames Glykosid, wird seit langem sowohl bei systolischer Herzinsuffizienz als auch bei Vorhofflimmern therapeutisch genutzt. Die wissenschaftliche Fundierung dieser Therapie lässt allerdings nach wie vor zu wünschen übrig.

Am besten ist die Datenlage noch für die Anwendung bei chronischer Herzinsuffizienz. In der großen DIG-Studie konnte gezeigt werden, dass die Mortalität durch eine Behandlung mit Digoxin weder positiv noch negativ beeinflusst wird. Als Benefit konnte aber eine Abnahme von Klinikeinweisungen infolge sich verschlechternder Herzinsuffizienz nachgewiesen werden.

Es gab in der Folge Diskussionen über Ergebnisse von Subgruppen-Analysen. Danach schien Digoxin die Mortalität bei Patienten mit ausgeprägten Symptomen, sehr niedriger Auswurffraktion und Kardiomegalie positiv beeinflusst zu haben. Anderseits legten die Daten bei Frauen eine Zunahme der Mortalität unter Digoxin nahe ...

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