Direkt zum Inhaltsbereich

Unterzucker beim OGTT

Doch kein Hinweis auf das Diabetes-Risiko?

Eine Hypoglykämie beim OGTT gilt als Indikator für ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Neue Studiendaten sprechen dagegen.

Veröffentlicht:

LEICESTER. Eine biochemisch definierte Unterzuckerung (Plasma-Glukose unter 60 mg / dl) ist ein häufiger Befund beim oralen Glukosetoleranztest (OGTT).

Im Gegensatz zur gängigen Ansicht spricht diese Form der Hypoglykämie eher für einen positiven Phänotyp in puncto Insulinresistenz, wie britische Forscher um die Diabetologin Danielle Bodicoat von der Universität Leicester berichten (Diab Res Clin Pract 2014, online 4. März).

Sie haben Daten von knapp 6500 gesunden Probanden analysiert, die einen OGTT mit 75 g Glukose absolviert hatten. 5,5 Prozent entwickelten eine biochemisch definierte Unterzuckerung zwei Stunden nach dem Zuckertrunk.

Bei 16,7 Prozent wurde eine gestörte Glukosetoleranz (IGT) festgestellt (Nüchternglukose 110 bis 126 mg / dl und / oder Zwei-Stunden-Glukose 140 bis 200 mg / dl). Die übrigen Probanden, 77,8 Prozent, hatten eine normale Glukosetoleranz.

Das Profil der Probanden mit Unterzucker nach OGTT war günstiger als bei Probanden mit IGT oder normaler Glukosetoleranz: Sie waren jünger, hatten einen geringeren BMI, höhere HDL-Werte, eine ausgeprägtere Insulinsensitivität sowie niedrigere Blutdruck-, Nüchternglukose- und Triglyzerid-Werte.

Hypoglykämien nach Glukosebelastung interpretierte man bisher als Hinweis auf eine frühe Dysfunktion der Betazellen und auf eine Insulinresistenz.

So besteht etwa beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) eine Insulinresistenz, die zu einer Nüchternhyperinsulinämie führt. Diese wiederum macht die Betazellen unempfindlich für Blutzucker-Schwankungen.

In Folge schwächt sich die Insulin-Erstantwort auf den postprandial steigenden Glukosespiegel ab. Dafür fällt die Zweitantwort überschießend aus und zieht eine Hypoglykämie nach sich. (rb)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Keine Versorgungsgerechtigkeit bei stationärer Diabetes-Behandlung

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt