Asthma/COPD

Doppeleffekt auf die Allergie in Bronchien und Nase

BERLIN (djb). Bis zu 80 Prozent aller Asthma-Patienten haben gleichzeitig eine allergische Rhinitis, und bis zu 50 Prozent der Patienten mit allergischer Rhinitis haben auch Asthma. Der Leukotrien-Rezeptorantagonist Montelukast bessert sowohl die Asthma- als auch die Rhinitis-Symptome und schützt Asthmatiker mit Pollensensitivität in der Heuschnupfen-Saison vor Verschlimmerung der Beschwerden.

Veröffentlicht: 28.02.2006, 08:00 Uhr

In der Pollensaison führt die Allergenexposition bei den komorbiden Patienten nicht nur zu quälendem Niesreiz und juckenden Augen, sondern fördert auch die bronchiale Hyperreagibilität. Die Asthmasymptome könnten sich wesentlich verstärken. Darauf hat Professor Wolfgang Petro aus Bad Reichenhall bei einer Veranstaltung in Berlin hingewiesen, die das Unternehmen MSD ausgerichtet hatte.

Asthma und allergische Rhinitis sind durch eine eosinophile Entzündung charakterisiert, an der Leukotriene als Mediatoren maßgeblich beteiligt sind. Daher sei es naheliegend gewesen, die Wirksamkeit des Leukotrien-Rezeptorantagonisten Montelukast (Singulair®) bei komorbiden Patienten zu prüfen, so Pedro.

Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie hat jetzt ergeben, daß Montelukast Asthmapatienten mit Pollensensitivität während der Pollensaison vor asthmatischen Symptomen schützt (Annals of Allergy, Asthma & Immunology 96, 2006, 60).

433 Patienten mit leichtem Asthma und allergischer Rhinitis wurden im Frühjahr 2004 über drei Wochen entweder mit Montelukast (10 mg einmal täglich) oder Placebo behandelt. Wie Pedro berichtete, hatten die Patienten der Montelukast-Gruppe signifikant weniger Asthmasymptome als die Placebo-Gruppe.

Tagsüber traten mit dem Leukotrienrezeptor-Antagonisten im Vergleich zu Placebo 36 Prozent weniger Asthmasymptome auf. Ebenso hatten die Patienten signifikant seltener nächtliche Asthma-Beschwerden. Auch der Bedarf an Beta-2-Agonisten war mit Montelukast-Therapie signifikant geringer, und die morgendlichen und abendlichen PEF-(peak exspiratory flow)-Werte waren signifikant besser.

Die Rhinitis-Symptome waren am Ende der Behandlung weniger stark ausgeprägt. Nach Petros Empfehlung sollten komorbide Patienten bereits frühzeitig im Jahr, das heißt schon vor dem starken Pollenflug, mit Montelukast behandelt werden.

Mehr zum Thema

Dyspnoe

COPD mit Herzkrankheit wird häufig verkannt

Risiko steigt mit der Dosis

Auch inhalative Steroide gehen Asthmapatienten an die Knochen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
 Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender vom Spitzenverband Fachärzte Deutschlands und Bundesvorsitzender Virchowbund

„ÄrzteTag“-Podcast

Was Ärzte an der Corona-Strategie der Regierung stört

Die KBV soll bundesweit einheitliche Vorgaben und Qualitätsanforderungen zur Durchführung einer qualifizierten und standardisierten Ersteinschätzung in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser aufstellen, heißt es in einem Gesetzentwurf.

Gesetzentwurf

Neue Paragrafen zur Notfallreform befeuern Kompetenz-Gerangel

Bestimmte Nahrungsmittel, zum Beispiel Lachs, Leinöl, Rosenkohl, Walnüsse und Avocado sind reich an Omega-3-Fettsäuren.

Studie

Viel Omega-3 könnte Herzinfarkt-Patienten helfen