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Brustkrebs

Doppelte Gefahr für die Knochen

Bei Brustkrebs lassen endokrine und Chemotherapie das Osteoporoserisiko steigen, und die Inzidenz von Knochenmetastasen und damit von skelettalen Komplikationen ist hoch.

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BERLIN. "Unsere Patientinnen mit Mamma-Ca sind ganz normale Frauen, die oft schon eine Osteoporose haben. Eine endokrine Therapie oder auch eine Chemotherapie erhöht dieses Risiko noch", brachte Professor Peyman Hadji von der Universität Marburg beim Senologie-Kongress in Berlin die Problematik der systemischen Therapie bei Brustkrebs auf den Punkt.

Tatsächlich reduzieren sich allein mit zunehmendem Alter Dichte und Mikroarchitektur des Knochens. Die Krebsmedikation tut ihr Übriges. Ein Jahr nach Chemotherapie-induzierter Amenorrhoe kommt es zum Abfall der Knochendichte, auch bei prämenopausalen Frauen.

Denn während unter physiologischen Estrogenspiegeln der Knochenstoffwechsel in der Prämenopause ausgeglichen ist, kommt es unter der Medikation zu einer Dysbalance mit einem beschleunigten Knochenabbau. "Estrogenmangel führt zu einem Anstieg der RANK-Ligand-Expression und damit zum Knochenverlust", so Hadji.

Eine antiestrogene Therapie reduziert nicht nur die Knochendichte, sondern erhöht auch das Frakturrisiko deutlich. Wichtig ist deshalb die Knochendichtemessung vor und regelmäßig nach Beginn der Tumortherapie. Für die Behandlung und Prävention des Tumortherapie-induzierten Knochenmasseverlusts empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) Bisphosphonate und RANK-Ligand-Antikörper gleichermaßen.

Hadji betonte die Notwendigkeit, vor der Therapie auch Kalzium, Vitamin D und Parathormon zu bestimmen. Besteht ein Vitamin-D-Mangel, sollte vor Beginn einer Therapie mit einem Aromatasehemmer supplementiert werden.

Ein weiteres Problem: Die Inzidenz von Knochenmetastasen ist beim Mamma-Ca mit 65 bis 75 Prozent extrem hoch. Das Risiko skelettbezogener Komplikationen nach zwei Jahren liegt bei 64 Prozent.

Mit Bisphosphonaten sowie mit Denosumab lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren. Begleitet wird die Therapie allerdings von der Angst vor Kieferosteonekrosen, die bei ein bis zwei Prozent der Patienten auftreten. Risikofaktoren sind mangelnde Mundhygiene oder Begleiterkrankungen wie etwa ein Diabetes.

Wichtig ist die Information der Patientinnen über das Risiko und über die Frühsymptome. Zahnbehandlungen sollten möglichst vermieden werden, insbesondere wenn sie mit Manipulationen am Kieferknochen einhergehen, so Sabine Seiler, Offenbach. Sind sie unvermeidbar, empfiehlt die AGO den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika. (feb)

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