Adolf-Kußmaul-Preis

Ehrung für Forschung zum Gallengangs-Ca

Veröffentlicht: 16.07.2013, 11:00 Uhr

STUTTGART. Für seine Arbeiten, die belegen, dass der Hedgehog-Signalweg maßgeblich an der Entstehung des Gallengangskarzinoms beteiligt ist, hat Privatdozent Dr. Ruben R. Plentz von der Universitätsklinik Tübingen den diesjährigen Adolf-Kußmaul-Preis bekommen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird von der Falk Foundation e.V. gestiftet.

Der Tübinger Forscher untersuchte an kultivierten humanen Zelllinien des CCC (Cholangiozelluläres Ca) sowie am Xenograft-Mausmodell die Beteiligung von Hedgehog an der epithelialen zur mesenchymalen Transition (EMT), an der Migration und am CCC Tumorwachstum sowie die Frage der Auswirkung einer Hedgehog-Hemmung durch Cyclopamine und 5E1, heißt es in einer Mitteilung zur Preisverleihung.

Expression des Hedgehog-Liganden in CCC-ZelllinienDie Arbeiten belegten, dass bei 89 Prozent der untersuchten humanen Gewebeproben und bei allen CCC-Zelllinien der Ligand "Sonic Hedgehog" (SHH) exprimiert wird.

Die Herabregulierung der Hedgehog Zielgene Glioblastoma 1 und Glioblastoma 2 mittels Cyclopamine und 5E1 habe dabei zu einer Hemmung der Zellproliferation, der Migration und der Invasion geführt.

Außerdem sei in vitro wie auch in vivo eine Zunahme des epithelialen Markers E-Cadherin nach Hedgehog-Inhibiton beobachtet worden. Es resultierte ferner ein Anstieg von Zellnekrosen und eine Abnahme von Mitosen in den mit Cyclopamine und 5E1 behandelten CCC-Xenograft-Tumoren.

Hoffnung auf neue potenzielle TherapieoptionenDie Befunde stützten nach Angaben von Plentz die Annahme, dass die Pathogenese des humanen CCC maßgeblich durch einen autokrinen Hedgehog-Signalweg getriggert wird, heißt es in der Pressemitteilung.

Dessen Inhibition unterbinde die EMT, beeinflusse direkt die Zellproliferation und hemme signifikant das Wachstum von CCC-Xenograft-Tumoren, was Hoffnungen auf die Entwicklung potenzieller Therapieverfahren bei CCC nähre.

Bedeutung bei der EmbryonalentwicklungDer Hedgehog-Signalweg ist von zentraler Bedeutung bei der Embryonalentwicklung, der Stammzellbildung und der Wundheilung. Er kontrolliert bei der Embryonalentwicklung das Wachstum und die Differenzierung der Zellen, ist im adulten Gewebe normalerweise jedoch inaktiviert.

Eine Reaktivierung des Signalweges werde mit verschiedenen Krebserkrankungen in Verbindung gebracht, wird in der der Mitteilung zur Preisverleihung erinnert. Beim Cholangiokarzinom sei die Rolle der Hedgehog-Signalgebung bislang jedoch unklar gewesen.

Seinen Namen Hedgehog (eng. Igel) verdankt der Signalweg dem igelartigen Aussehen der Larven der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster), bei denen er erstmals entdeckt wurde. (eb)

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