Ein Basalinsulin-Analogon hilft jedem Zweiten zu guter Einstellung

Mit einem langwirksamen Insulinanalogon gelingt oft die Einstellung, wenn orale Therapie nicht reicht. Bei Dosis und Aufwand gibt's Unterschiede.

Veröffentlicht:

Jeder zweite Typ-2-Diabetiker erreichte in einer Insulin-Studie einen HbA1c-Wert unter sieben Prozent. Die Behandlung mit dem Basalinsulin glargin erforderte dafür deutlich weniger Insulin als die mit einem anderen Analoginsulin.

Teilnehmer waren 583 Patienten, die bisher noch nicht mit Insulin behandelt worden waren. Sie erhielten bereits eine orale Mono- oder eine Kombinationstherapie aus maximal zwei Medikamenten, hatten aber trotzdem nur mäßige HbA1c-Werte zwischen 7,5 und zehn Prozent. In der Studie injizierten sie ein Jahr lang zusätzlich einmal täglich als basale Insulin-Unterstützung Insulindetemir oder Insulin glargin (Lantus®). Das Hormon wurde abends gegeben und die Dosis auf einen Nüchternwert unter 110 mg/dl eingestellt. Das Insulinanalogon konnte zweimal täglich gegeben werden, wenn der Nüchternwert zwar unter 125 mg/dl lag, der Blutzucker vor dem Abendessen aber mehr als 125 mg/dl betrug.

Die Einstellungsqualität bei den Patienten verbesserte sich in beiden Studienarmen in weitgehend ähnlichem Umfang, wie Professor Julio Rosenstock aus Dallas bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Berlin berichtete.

So nahm der Nüchternblutzucker beider Gruppen von rund 194 mg/dl auf weniger als 130 mg/dl ab. Auch das Blutzucker-Tagesprofil war nahezu identisch. Dabei sank der HbA1c-Wert mit beiden Basalinsulinen um jeweils 1,5 Prozentpunkte: Mit Insulin glargin ging er auf 7,1 und mit Insulindetemir auf 7,2 Prozent zurück. Einen Wert unter sieben Prozent erreichten in beiden Gruppen jeweils 52 Prozent. Ohne Unterzuckerungen schafften dies mit Insulindetemir 34 Prozent und mit Insulin glargin 35 Prozent.

Die Unterschiede lagen in der Insulindosis und im Therapieaufwand: Beides fiel mit Insulin glargin niedriger aus. Die damit behandelten Probanden brauchten für das gleiche Ergebnis deutlich weniger Insulin, nämlich nur 0,44 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht. Dagegen benötigten die Patienten der Gruppe mit Insuilindetemir mit durchschnittlich 0,78 Einheiten fast doppelt so viel. Außerdem musste von ihnen jeder zweite zweimal täglich Insulin injizieren, während Insulin glargin jeden Tag nur einmal gegeben wurde. Das Gewicht stieg in beiden Studienarmen: mit Insulindetemir um 2,7 kg und mit Insulin glargin um 3,5 kg. (hbr)

Lesen Sie dazu auch: ACE-Hemmer für Frauen im Gebäralter bedenklich Hohe Sterberate junger Diabetiker Deutsches Zentrum für Diabetesforschung startet Diabetologenblick nach Leipzig Gewichtsproblemen bei Kindern ist vorzubeugen Ausgeschrieben: Preis für Diabetesforschung Unterstützung für Kinder mit Diabetes in Afrika Bayer Vital Diabetes Care vergibt Fine Star Preis Gemeinsame Tagung im November in Berlin

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Retrospektive Kohortenstudie

Typ-2-Diabetes: Wohl geringeres Glaukomrisiko unter Tirzepatid

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Online-Umfrage

Sind Schwangere mit Vorerkrankungen in Deutschland gut versorgt?

Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht