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Kommentar zur Versorgungsleitlinie HI

Eine Botschaft für die Praxis

Die aktuelle Version der Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz legt den Fokus auf die Komorbiditäten: Weniger kann auch mehr sein.

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Gerade rechtzeitig oder zu spät? Die neue Version der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) „Chronische Herzinsuffizienz“ greift ein zentrales Thema auf, das bislang in dieser Detailtiefe noch nicht so sehr im Fokus stand: die Bedeutung der Komorbiditäten, etwa eine begleitende Niereninsuffizienz. Warum kommt das Update erst jetzt?

Zur Erinnerung: Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) für ein eigenständiges DMP Herzinsuffizienz im April 2018 war ein klares Votum, die Herzinsuffizienz aus dem Kanon der DMP „Koronare Herzkrankheiten“ herauszulösen. Der GBA hatte just zu diesem Zeitpunkt die Komorbiditäten im Blick, wenngleich der Beschluss erst im August im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Beispiel Niereninsuffizienz: Der GBA empfiehlt bei Patienten, die eine Therapie mit ACE-Hemmern, ARB oder MRA erhalten, die Dosierungen zu überprüfen oder sogar die Medikamentengabe zu pausieren.

Kommt die neue NVL-Version rechtzeitig oder zu spät? Eher Ersteres: Die NVL kommt zu einem Zeitpunkt, in dem das junge DMP Herzinsuffizienz Fahrt aufnimmt. Gut für behandelnde Ärzte und noch besser für betroffene Patienten, auch mit anderen Komorbiditäten wie COPD, Diabetes oder Depression.

Lesen Sie auch: Was tun, wenn auch die Niere schwächelt?

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