Epistaxis-Therapie bei Kindern

Elektrokauter statt Silbernitrat?

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BUFFALO. Kinder mit wiederholten Blutungen im Locus Kiesselbach sind wahrscheinlich wirksamer vor Rezidiven geschützt, wenn die beteiligten Gefäße nicht mit Silbernitrat verätzt, sondern mit dem Elektrokauter verödet werden. Darauf weisen retrospektiv analysierte Krankenakten der Universität von Buffalo hin (Otolaryngol Head Neck Surg 2015, online 30. Juni).

Bei allen Patienten im Alter zwischen zwei und 18 Jahren hatten die wiederkehrenden Blutungen im vorderen Nasenseptum konservativen Therapieversuchen mit Befeuchtung, antibiotischer Salbe oder salzhaltigen Nasensprays getrotzt. Im Mittel waren pro Woche zwei Blutungen aufgetreten mit einer Dauer von über zehn Minuten.

Bei 50 Patienten wurden die verdächtigen Gefäße mit Hochfrequenzstrom, bei 60 mit Silbernitrat verödet. Nur bei Anwendung des Elektrokauters wurden die Gefäße mit einer Lupe inspiziert. Beide Behandlungen wurden unter Allgemeinanästhesie vorgenommen. Bis zur ersten Kontrolle nach etwa sechs Wochen, zu der sich alle Patienten einfanden, war es in beiden Gruppen jeweils nur einmal zu Nasenbluten gekommen.

Innerhalb von zwei Jahren post Op schnitt jedoch die Elektrokauterisierung signifikant besser ab: Nur zwei Prozent der Patienten wurden mit erneutem Nasenbluten vorstellig. Nach der chemischen Verätzung erlitten dagegen 22 Prozent der Patienten ein Rezidiv. In der Zeit danach war dann kein Unterschied mehr zu erkennen.

Eine so lange Schutzwirkung ist den Studienautoren um Nathan Johnson zufolge aber auch nicht zu erwarten. "Wir gehen davon aus, dass der Elektrokauter in Kombination mit der Lupenvergrößerung Septum- und drainierende Gefäße besser visualisieren und veröden kann als die topische Anwendung von Silbernitrat ohne vergrößerte Darstellung", schreiben die US-amerikanischen HNO-Ärzte.

Dieser Vorteil müsse aber gegen die Risiken der dafür notwendigen Allgemeinanästhesie abgewogen werden. (bs)

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