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KHK-Risiko

Enge Netzhaut-Arterien für Kinder riskant

Blutgefäße der Netzhaut zeigen, ob Kinder fit sind oder ob sie ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko haben.

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LONDON. Körperliche Fitness und Aktivität, das Verhältnis von Fett und Muskel (Körperkomposition) sowie Blutdruckwerte können bereits bei 6- bis 8-jährigen Schülern die Gefäßgesundheit beeinflussen. Veränderungen lassen sich am leichtesten in der Netzhaut erkennen.

Das zeigt die Sportcheck-Studie der Universität Basel, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in London mit.

Die Analyse der Blutgefäße der Retina mittels Funduskopie sei ein sensitives und einfach anwendbares Verfahren für die Früherkennung von Gefäßveränderungen in der frühen Lebensphase. Sie gebe Aufschluss über Struktur und Funktion der Gefäße in der Mikrozirkulation, so die DGK.

In der Sportcheck-Studie wurden 1255 Kinder untersucht. Durchgeführt wurde ein 20 Meter Shuttle Run Test als Maß der Ausdauerleistungsfähigkeit, zusätzlich ein 20-Meter- Sprinttest, ein Sprungkraft- und ein Balancetest.

Hohe Ausdauerleistung gleich enger Venendurchmesser

Die Hauptergebnisse der Studie zeigen der Mitteilung zufolge, dass eine hohe Ausdauerleistungsfähigkeit mit engeren Venendurchmessern zusammenhängt. Dies bedeutet ein niedriges kardiovaskuläres Risiko. Ähnliche Zusammenhänge ergäben sich auch für ein höheres Maß an sportlichen Indoor-Aktivitäten.

Enge Netzhaut-Arterien haben einen hohen Vorhersage-Wert insbesondere für die Entstehung eines Bluthochdrucks. Weite Netzhaut-Venen stehen mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall in Zusammenhang.

"In einer früheren Studie konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige Trainingstherapie zu einer vorteilhaften Erweiterung der retinalen Arterien und Verengung der retinalen Venen führt", wird Dr. Henner Hanssen von der Universität Basel in der DGK-Mitteilung zitiert.

Studien zur Analyse der retinalen Gefäßdurchmesser als vaskulärer Biomarker für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko haben sich bisher auf Erwachsene und Senioren konzentriert. Neben der arteriellen Gefäßsteifigkeit der großen herznahen Gefäße entwickelt sich die retinale Gefäßanalyse zusehends zu einer brauchbaren Methode der Erkennung einer frühen Gefäßalterung bei Risikopatienten.

Wissenschaftliche Analysen zur Messung dieses vaskulären Biomarkers im Kindesalter sind kaum existent, so Hanssen. Bei Kindern in dieser Altersstufe sind Körpergröße und Gewicht zwar mit dem retinalen Gefäßdurchmesser negativ assoziiert, jedoch ist der Blutdruck der einzig unabhängige Parameter für das Vorhandensein von engeren retinalen Arterien und damit für ein erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko im Erwachsenenalter.

Derzeitig laufende Untersuchungen beschäftigen sich mit der Analyse des Zusammenhangs zwischen klinischen Blutdruckkategorien und dem retinalen Gefäßdurchmesser in diesem Kollektiv. (eb)

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