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Blasenkrebs-Risiko

Entwarnung für Kaffee und Co.

Freunde koffeinhaltiger Getränke müssen Blasenkrebs nicht mehr fürchten als andere Menschen auch, hat jetzt eine Fall-Kontroll-Studie ergeben.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Freunde koffeinhaltiger Getränke müssen Blasenkrebs nicht mehr fürchten als andere Menschen auch.

Freunde koffeinhaltiger Getränke müssen Blasenkrebs nicht mehr fürchten als andere Menschen auch.

© Zoonar / Thinkstock

MAILAND. Der mit Abstand bedeutendste modifizierbare Risikofaktor für Blasenkrebs ist bekanntlich das Rauchen, gefolgt von kanzerogenen Schadstoffen am Arbeitsplatz. Da in Industrieländern der Raucheranteil eher zurückgeht und auch der Arbeitsschutz Fortschritte macht, werden andere Risikofaktoren in Zukunft womöglich wichtiger.

Und so richtet sich der Blick auch auf beliebte Getränke wie Kaffee, Tee und Cola, berichten Forscher um Dr. Federica Turati vom Istituto di Ricerche Farmacologiche "Mario Negri" in Mailand.

Antioxidantien, abera uch Karzinogene

Zwar enthalten Kaffee und Tee viele Antioxidantien, von denen eine tumorunterdrückende Aktivität angenommen wird, aber eben auch potenzielle Karzinogene. So entstehen beim Kaffeerösten Nitrosamine, Anthracene und andere potenziell karzinogene Substanzen.

Bisherige epidemiologische Studien hätten jedoch recht widersprüchliche Resultate zum Blasenkrebsrisiko hervorgebracht: In der Summe ergebe sich ein moderat erhöhtes Blasenkrebsrisiko fürs Kaffeetrinken, ein leicht erhöhtes Risiko für den Colakonsum und eine leicht reduzierte Gefahr fürs Teetrinken, schreiben die Wissenschaftler.

Allerdings war das Risiko in prospektiven Studien meist geringer als in Fall-Kontroll-Studien, auch gab es nur selten eine Dosis-Wirkungs-Beziehung. All das spricht eher gegen ein nennenswert erhöhtes oder reduziertes Blasenkrebsrisiko durch solche Getränke.

Die Forscher um Turati haben nun in einer Fall-Kontroll-Studie Daten von 690 Patienten aus vier Zentren sowie von 665 Kontrollpatienten ohne Blasenkrebs ausgewertet - unter anderem dazu, wie viel Kaffee, Tee und Cola die Betroffenen im Laufe ihres Lebens im Schnitt pro Tag getrunken hatten.

Wie sich herausstellte, tranken Blasenkrebspatienten nach eigenen Angaben deutlich mehr Kaffee als nicht Erkrankte, allerdings hatten sie auch mehr geraucht (Urology 2015, online 25. September). Wurde dies berücksichtigt, gab es keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen beiden Gruppen.

Keine Gefahr auch bei steigendem Konsum

Weder für aktuelle Kaffeetrinker noch für gelegentliche, ehemalige oder starke Konsumenten des Getränks ließ sich ein signifikant erhöhtes Blasenkrebsrisiko berechnen, auch gab es keinen Trend zu einer höheren Gefahr bei steigendem Konsum.

Zumeist deutete das Quotenverhältnis zwar auf ein erhöhtes Risiko, dieses war aber in keinem Fall signifikant. Ähnliches ließ sich auch mit Blick auf den Colakonsum beobachten.

Umgekehrt konnten die Forscher für Tee, Energy-Drinks und koffeinfreien Kaffee ein eher erniedrigtes Risiko berechnen, aber letztlich kam auch dieses nicht in die Nähe einer statistischen Signifikanz.

Letztlich gibt es also nach wie vor kaum belastbare Hinweise auf ein erhöhtes oder reduziertes Blasenkrebsrisiko durch den Konsum diverser koffeinhaltiger Getränke.

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