Arthrose

Enzymbehandlung kann Alternative zu NSAR bei Arthrose sein

MÜNCHEN (wst). Patienten mit schmerzhafter Hüftgelenksarthrose kann eine gut verträgliche orale Enzymtherapie helfen. Die Therapie ist im Vergleich zu oralem Diclofenac offenbar ähnlich gut und hat längerfristig eventuell Vorteile.

Veröffentlicht: 11.04.2006, 08:00 Uhr

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer soeben veröffentlichten randomisierten Doppelblindstudie mit 90 Patienten mit schmerzhafter Hüftgelenksarthrose. Die eine Gruppe erhielt täglich Phlogenzym® dreimal zwei Tabletten plus zweimal eine Tablette Placebo.

Die andere Gruppe bekam täglich zweimal eine Tablette Diclofenac-Natrium 50 mg plus dreimal zwei Tabletten Placebo. Der Beobachtungszeitraum betrug sechs Wochen (Clin and Exp Rheumatol 24, 2006, 25). Das orale Enzympräparat vom Unternehmen Mucos enthält pro magensaftresistenter Filmtablette 90 mg des Ananasenzyms Bromelain, 48 mg Trypsin aus Schweinepankreas und 100 mg des Flavonoids Rutosid.

Die Therapien wurden mit etabliertem rheumatologischen Meßskalen wie dem Western Ontario and McMaster Universities Arthrose (WOMAC) Index und dem Lequesne-Arthrose Index evaluiert: Schmerz, Steifigkeit und Gelenkfunktion verbesserten sich nach sechs Behandlungswochen mit der Enzymtherapie mindestens so gut wie bei der Behandlung mit dem NSAR.

Dabei wurden tendenzielle Vorteile zugunsten der Enzymtherapie offensichtlich. Das sagte Studienleiter Dr. Werner Kullich vom Ludwig Boltzmann Institut für Rehabilitation interner Erkrankungen aus Saalfelden in Österreich auf einer Veranstaltung des Unternehmens in München.

Kullich verwies darauf, daß in beiden Therapiegruppen in den ersten drei Behandlungswochen der Lequesne-Index von etwa 12 auf 8,5 abnahm.

In der Gruppe mit Diclofenac pendelte sich der Index bis zur sechsten Woche auf diesem Niveau ein. In der Gruppe mit dem Enzympräparat reduzierte sich der Index weiter bis auf einen Wert von etwa 7,5.

Arthrosepatienten, die eine Langzeittherapie mit NSAR nicht wollen oder nicht vertragen, könne damit die Enzymtherapie als Alternative angeboten werden, so Kullich. Als weitere rheumatologische Indikationen, bei denen von der Enzymtherapie zumindest adjuvant ein Nutzen erwartet werden kann, nannte Kullich: Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Weichteilrheumatismus, schmerzhafte Wirbelsäulensyndrome, Epicondylitis und Periarthritis humeroscapularis.

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