KHK / Herzinfarkt

Ernüchterung bei Zelltherapie nach Herzinfarkt

Veröffentlicht:

WIESBADEN (ple). Bei der Therapie von Herzinfarkt-Patienten mit Vorläuferzellen aus dem Knochenmark ist eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. In einigen Studien ließ sich keine deutliche Funktions-Verbesserung durch die Zelltherapie nachweisen.

Nach Angaben des Kardiologen Privatdozent Johann Bauersachs aus Würzburg gibt es Untersuchungen, nach denen nur 0,5 Prozent oder weniger der aus dem Knochenmark gewonnenen Zellen sich tatsächlich zu Herzmuskelzellen umwandelten.

Hinzu komme, dass sich Knochenmarkzellen von älteren Patienten nicht so gut verwandelten wie erwartet. Wie Bauersachs beim Internisten-Kongress berichtete, wird an Verfahren gearbeitet, die Regenerationsfähigkeit solcher Zellen zu verbessern. Andere Studien hatten ergeben, dass die linksventrikuläre Auswurffraktion nach einem Infarkt durch die Therapie mit Vorläuferzellen aus dem Knochenmark im Vergleich zur Standardtherapie ohne die Zelltherapie deutlich erhöht wird.

Bevor sich die Therapie mit den Vorläuferzellen etablieren kann, sind nach Ansicht von Bauersachs größere klinische Studien nötig, um etwa den optimalen Zelltyp und den besten Zeitpunkt der Transplantation nach einem Infarkt herauszufinden. Derzeit wird in Deutschland eine Studie geplant, an der 1000 Herzinfarkt-Patienten teilnehmen sollen.

Mehr zum Thema

Corona-Splitter der KW 41/2021

Hohe Viruslasten auch bei Kindern möglich

Infarkt-Prädiktoren

Herzinfarkt: Risikofaktoren für Typ-1 und Typ-2 wohl ähnlich

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn legt nach und stellt der GKV weitere Milliarden in Aussicht.

© Jens Krick/ Flashpic/picture alliance

Kassenzuschuss

Spahn legt sieben Milliarden Euro für die GKV nach

Im Gesundheitswesen sind Power Naps noch Mangelware. Aber es findet ein Umdenken statt.

© Elnur /stock.adobe.com

Pssst, nicht stören

Nickerchen für Krankenhaus-Mitarbeiter im Kommen