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21-jähriger Patient

Erste Tulavirus-Infektion in Deutschland

Mit dem Tula-Hantavirus gibt es hierzulande nun offenbar das vierte humanpathogene Hantavirus. Erstmals wurde eine Infektion beim Menschen nachgewiesen.

Veröffentlicht:
3-D-Darstellung eines Hantavirus: Jede Hantavirus-Spezies hat einen bestimmten Wirt, der nur eine oder mehrere eng verwandte Nagerspezies umfasst. Für das Tula-Hantavirus ist es die Feldmaus.

3-D-Darstellung eines Hantavirus: Jede Hantavirus-Spezies hat einen bestimmten Wirt, der nur eine oder mehrere eng verwandte Nagerspezies umfasst. Für das Tula-Hantavirus ist es die Feldmaus.

© gaetan stoffel / Getty Images / iStock

Riems. Das Tula-Hantavirus ist in Deutschland zum ersten Mal molekularbiologisch als Ursache einer Hantavirus-Infektion festgestellt worden. Von dem Fall berichten Forscher des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der Charité Berlin (Emerg Inf Dis 2021; 27:4). Damit ist nun klar: Hierzulande kommen mindestens vier humanpathogene Hantaviren bei unterschiedlichen Nagetieren vor.

Wie das FLI in einer Mitteilung aus Anlass der Publikation berichtet, musste ein 21-jähriger Mann mit den Symptomen eines akuten Nierenversagens hospitalisiert werden. Die serologischen Untersuchungen hätten eine Hantaviruserkrankung bestätigt, eine Identifizierung des Tula-Hantavirus sei aber erst durch eine anschließende molekulare Analyse durch das Konsiliarlabor für Hantaviren der Charité gelungen.

Tulavirus stärker in den Fokus nehmen!

„Die erhaltene Genomsequenz des Virus hatte in einer vergleichenden phylogenetischen Analyse die größte Ähnlichkeit zu Tulavirus-Sequenzen aus Feldmäusen“, berichtet das FLI. Das Ergebnis rücke daher nun auch die Feldmaus und das mit ihr assoziierte Tulavirus stärker in den Fokus der Hantavirus-Epidemiologie.

Künftig sollte deshalb eine genauere Virustypisierung bei Erkrankungen mit dem Hantavirus erfolgen und zudem die Verbreitung des Tulavirus im Reservoir Feldmaus und anderen Wühlmäusen genauer charakterisiert werden. (bae)

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