In China

Erstmals Gene humaner Embryonen repariert

Chinesiche Forscher haben bei Embryonen erstmals ein defektes Gen entfernt und durch ein intaktes Gen ersetzt.

Veröffentlicht:

GUANGZHOU. Erstmals haben Gentechniker mit einer neuen, einfach zu handhabenden Methode Gene in menschlichen Embryonen im Frühstadium der Entwicklung repariert.

Bei der Methode handelt es sich um die Anwendung des CRISPR/Cas9-Systems (clustered regularly interspaced short palindromic repeat), mit dem sich mithilfe eines speziellen kurzen RNA-Moleküls - das gewissermaßen als Leitstrahl dient - und des Enzyms Cas9 gezielt genetische Abschnitte im Erbgut entfernen lassen.

In einem zweiten Schritt wird die entfernte fehlerhafte DNA-Sequenz durch die intakte DNA-Sequenz ersetzt. Dieses Gen-Editieren wurde bisher sehr erfolgreich im Tierversuch angewendet.

Erstmals haben das nun chinesische Wissenschaftler um Dr. Puping Liang von der Sun Yat-sen University in Guangzhou bei menschlichen, nach einer In-vitro-Fertilisation entstandenen Embryonen gemacht (Protein Cell 2015; online 18. April).

Ihr Ziel: der Austausch des die Beta-Thalassämie auslösenden mutierten Gens für das Hämoglobinmolekül Beta-Globin.

Wie die Forscher berichten, haben sie aus ethischen Gründen nur Embryonen für ihre Versuche gewählt, die aufgrund ihres abnormalen Erbguts nicht lebensfähig waren. Solche Embryonen werden von den Ärzten in den Reproduktionskliniken in der Regel entsorgt.

Es handelte sich um triploide Embryonen im Stadium kurz nach der Befruchtung mit einem Eizellkern und zwei Zellkernen, die von Spermatozoen stammten. Zur Triploidie kommt es nach In-vitro-Fertilisationen bei etwa zwei bis fünf Prozent der befruchteten Eizellen.

Insgesamt 86 Zygoten mit jeweils dem dreifachen Chromosomensatz haben die Forscher für ihre Versuche verbraucht. Nach der intrazytoplasmatischen Injektion für die genetische Reparatur lebten noch 71 Embryonen (82,6 Prozent).

Das Genom wurde 48 Stunden nach der Genmanipulation - also im Vierzell-Stadium - aus den Zellen entfernt und per Sequenzierung analysiert.

Durch das Gen-Editieren ist es den Forschern gelungen, bei knapp 52 Prozent der Zygoten jeweils das defekte Gen zu entfernen. Bei 25 Prozent wurde es schließlich durch ein intaktes Gen ersetzt. (ple)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Versuche mit Folgen

Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wechselwirkungen

Diese Medikamente sind bei Herzinsuffizienz riskant

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Atemwegserreger

RKI: RSV-Welle deutet sich an

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine ältere Frau klagt über Gelenk- und Muskelschmerzen in ihren Händen.

© Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?