Kommentar

Es ist noch zu früh zum Jubeln

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

Schwere Herzinsuffizienz bleibt ein klinisches Problem: Nicht wenige Patienten kommen trotz optimaler Therapie immer wieder ins Krankenhaus. Gerade für sie ist der Ansatz der CHAMPION-Studie vielversprechend: Mit Hilfe eines per Rechtsherzkatheter eingesetzten Implantats wird der pulmonalarterielle (PA) Druck quasi in Echtzeit überwacht, um drohende Dekompensationen besser zu erkennen. Dass das funktioniert, legen die Daten zumindest nahe: Die Hospitalisierungsrate wurde um ein Drittel gesenkt. Bei der Interpretation ist freilich Vorsicht geboten: Auch wenn das bessere Ergebnis mit niedrigeren PA-Drücken korreliert, heißt das nicht zwangsläufig, dass die PA-Druck-Messung zwingend nötig ist. Es könnte auch sein, dass das positive Ergebnis auf engmaschigere Kontrollen zurückzuführen ist. Denn was mit regelmäßigen Kontrollen erreicht werden kann, hat die TEN-HMS-Studie gezeigt, in der sowohl die telemedizinische Überwachung als auch Visiten durch eine Studienschwester Kliniktage und Mortalität verringert haben. Ob die invasive PA-Druck-Messung wirklich einen Zusatznutzen bedeutet, kann aus den bisher vorgelegten Daten der CHAMPION-Studie noch nicht geschlossen werden. Auf die komplette Publikation darf man sehr gespannt sein.

Lesen Sie dazu auch: Herzinsuffizienz: Mini-Implantat reduziert Klinikeinweisungen

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HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

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