Direkt zum Inhaltsbereich

SPIRIT IV: Ergebnisse wurden erstmals auf dem TCT-Kongress (Transcatheter Cardiovascular Therapeutics) 2009 in San Francisco vorgestellt.

Geprüfte Therapie: Verglichen wurden ein Everolimus-freisetzendes Stentsystem (XIENCE V) und ein Paclitaxel-freisetzendes Stentsystem (TAXUS Express).

Teilnehmer: 3690 KHK-Patienten mit maximal drei dokumentierten Koronarläsionen.

Ergebnis: Gemessen am primären Endpunkt TLF-Rate (target lesion failure) nach einem Jahr war die Ereignisrate nach Implantation von XIENCE-Stents signifikant um 38 Prozent niedriger als nach Behandlung mit dem TAXUS-Stent (4,2 versus 6,8 Prozent).

SPIRIT IV – Everolimus-Koronarstent

» Hintergrund und Ergebnisse » Drei Fragen zur Studie

Hintergrund und Ergebnisse

Everolimus-Koronarstent erweist sich im Vergleich als überlegen

Stent ist nicht gleich Stent. Dies gilt auch für die neue Generation der Medikamente-freisetzenden Stents, wie Daten einer großen Vergleichsstudie belegen.

SPIRIT IV ist die bislang größte abgeschlossene randomisierte Studie zum Vergleich des klinischen Nutzens zweier unterschiedlicher Medikamente-freisetzender Koronarstents (Drug-Eluting Stents, DES) bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK).

Verglichen wurde ein Everolimus-freisetzendes Koronarstentsystem (XIENCE V) mit einem Paclitaxel-freisetzenden Stentsystem (TAXUS Express). Die Teststärke der Studie reichte aus, um eine klinische Überlegenheit aufdecken zu können. Vergleichsmaßstab waren nicht, wie bei Stent-Vergleichen sonst üblich, angiografische Endpunkte, sondern klinische Ereignisse. Den primären Studienendpunkt bildete die TLF-Rate (target lesion failure), eine Kombination der Ereignisse kardialer Tod, Myokardinfarkt im Zielgefäß (target vessel) und ischämiebedingte Revaskularisationen der Zielläsion (target lesion).

Nach einem Jahr betrug die TLF-Rate 4,2 Prozent in der Gruppe mit Implantation von Everolimus-Stents im Vergleich zu 6,8 Prozent in der Gruppe mit Paclitaxel-Stents. Das entspricht einer signifikanten relativen Reduktion von Endpunktereignissen um 38 Prozent durch den Everolimus-freisetzenden Stent.

Die Rate kardialer Todesfälle war mit jeweils 0,4 Prozent in beiden Gruppen sehr niedrig. Den größten Unterschied gab es bei der Inzidenz ischämiebedingter Revaskularisationen der Zielläsion, deren Rate in der Gruppe mit Everolimus-Stents signifikant um fast 50 Prozent niedriger war (2,5 versus 4,6 Prozent). Auch bei der Rate der Myokardinfarkte zeigte sich ein signifikanter Vorteil des Everolimus-Stents (1,9 versus 3,1 Prozent). Ein unerwartetes Ergebnis: Die Implantation von Everolimus-Stents war auch mit einer signifikanten Reduktion von Stentthrombosen assoziiert. (ob)

Drei Fragen zur Studie

Koronarstent-Vergleich am Maßstab klinischer Ereignisse

Bisher wurde die Wirkung von Stents bei Vergleichen meist anhand von koronarangiografischen Kriterien beurteilt. Nicht so in der SPIRIT-IV-Studie.

SPIRIT-IV spiegelt besser die Realität des klinischen Alltags wider. Denn im Unterschied zu anderen Stent-Studien wurde in der SPIRIT-IV-Studie auf die sonst übliche systematische koronarangiografische Nachkontrolle verzichtet. Kritiker hatten moniert, dass die routinemäßige angiografische Nachkontrolle dazu führen kann, dass dann womöglich auch Koronarläsionen, die keine klinischen Symptome verursachen, quasi reflexhaft eine Koronarintervention mit Stent-Implantation nach sich ziehen - was die Ergebnisse verzerren könnte.

Besonderes Augenmerk war in der Studie auf die Subgruppe der Diabetiker gerichtet. Welche Ergebnisse sind hier erzielt worden?

Ob die Koronargefäße groß oder klein, die Koronarläsionen lang oder kurz, die Patienten männlich oder weiblich waren - in fast allen Subgruppen zeigte der Everolimus-freisetzende Stent bessere Ergebnisse. Eine Ausnahme bildeten Diabetiker: Während bei Nicht-Diabetikern die Ereignisrate für den primären Endpunkt nach Implantation des Everolimus-Stents um 53 Prozent niedriger als nach Einlage des Paclitaxel-Stents war, bestand bei Diabetikern kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Stents.

Welche klinischen Implikationen haben die SPIRIT-IV-Ergebnisse?

Nach Ansicht der Autoren sind mit beiden Stents exzellente Ergebnisse erzielt worden - die klar besseren aber mit dem Everolimus-Stent, der damit einen neuen Standard für den klinischen Erfolg in der Stent-Behandlung geschaffen habe. (ob)

Mehr zum Thema

Lithiumtherapie aktiviert WNT-Signalweg

Regeneration der COPD-Lunge: Was ist da möglich?

Galenus-Kandidat 2026

Nierenschutz bei C3-Glomerulopathie und pIC-MPGN

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hepatologie im Wandel

Patienten mit Leberfibrose und -zirrhose bald heilbar?

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

Lesetipps
Ärztin untersucht einen Mann an der Schulter

© New Africa / stock.adobe.com

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen