Zeckenbedingte Erkrankungen

FSME breitet sich in Europa weiter aus

Die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) breitet sich in Europa weiter aus. Für Europa gilt die Faustregel: Je weiter man nach Osten kommt, desto höher ist das FSME-Risiko. Da es keine kausale Therapie gegen die Virusinfektion gibt, ist Impfschutz besonders wichtig.

Von Ursula Armstrong Veröffentlicht: 02.03.2010, 05:00 Uhr
FSME breitet sich in Europa weiter aus

Impfung schützt vor FSME-Übertragung durch Zecken. ©medical press

© medical press

FRANKFURT. Bei der reisemedizinischen Beratung sollten die Risiken für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) abgeklärt und gegebenenfalls eine Impfung empfohlen werden.

Jedes Jahr machen sechs Millionen Deutsche in deutschen FSME-Risikogebieten wie Bayern Urlaub, und weitere zehn Millionen besuchen Endemiegebiete in anderen Ländern Europas und Asiens, rechnete Dr. Christian Schönfeld vom Institut für Tropenmedizin in Berlin auf einer Veranstaltung in Frankfurt am Main vor. Ihre Zahl wird in Zukunft noch steigen. Denn die FSME-Risikogebiete in Europa und Asien werden immer größer.

Für Europa gilt die Faustregel: Je weiter man nach Osten kommt, desto höher ist das FSME-Risiko, sagte der Reisemediziner auf der Veranstaltung des Impfstoffherstellers Novartis Behring. Die höchsten Fallzahlen werden aus den baltischen Staaten, Polen, Weißrussland und Russland gemeldet. In Russland gibt es außerdem die russische Frühsommer-Meningoenzephalitis (RSSE). Die RSSE verläuft meist schwerer als die FSME. Vor allem komme es häufig zu chronischen Verläufen, sagte Schönfeld. Darüber hinaus sei die Mortalität bei RSSE-Patienten mit bis zu 35 Prozent (verglichen mit einem bis zwei Prozent bei der FSME) sehr hoch.

Aber auch in Skandinavien wächst das Risiko. In Schweden zum Beispiel komme FSME inzwischen nicht mehr nur an der Südküste, sondern auch im Raum Göteborg, an der Grenze zu Dänemark vor, so Schönfeld. Auch in Dänemark, Finnland und Norwegen breiten sich die Risikogebiete aus. Gleiches gelte für Österreich, die Schweiz, Frankreich und Norditalien.

Zur reisemedizinischen Beratung gehört nicht nur, die Millionen von Reisenden in FSME-Endemiegebiete über das Erkrankungsrisiko aufzuklären. Es gilt auch, sie zu impfen, da es bisher keine Therapie gegen FSME gibt. Die Impfung aber bietet einen sicheren Schutz, auch gegen die russische RSSE. Schönfeld rät, schon bei Kurztrips daran zu denken. Denn in vielen Risikogebieten kann man sich auch in städtischen Parks und Gärten infizieren.

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