Grundlagenforschung

Falsche Verschaltung von Hirnzellen als Ausgangspunkt für Schizophrenie?

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Hamburg. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben im Mausmodell einen möglichen Mechanismus zur Entstehung von Schizophrenie entschlüsselt – und eine potenzielle Therapieoption gefunden (Neuron 2019, online 13. November). Demnach werden die Weichen für eine spätere Schizophrenie möglicherweise schon vor der Geburt gestellt.

Für ihre Untersuchungen nutzten die Forscher Mäuse, die bestimmte Merkmale der Schizophrenie entwickeln. Sie brachten gezielt Proteine in Zellen des präfrontalen Kortex, die sich über Lichtsignale an- und ausschalten lassen. Anhand des Verhaltens der Tiere konnten die Forscher dann auf die Funktion der Zellen schließen.

Vor allem die Struktur und Funktionalität bestimmter Pyramidenzellen im präfrontalen Kortex seien für eine korrekte Verschaltung im Gehirn entscheidend, wie das UKE zur Veröffentlichung der Studie mitteilte. Diese seien während der frühen Entwicklung des Gehirns besonders empfindlich. Störungen können die Hirnaktivität vermindern und dazu führen, dass sich die betroffenen Regionen falsch vernetzen. Das könne wiederum die Entwicklung psychischer Erkrankungen begünstigen.

Verabreichten die Forscher den Tieren in der ersten Lebenswoche das Antibiotikum Minocyclin, ließen sich die neuronalen Defizite beheben und die kognitiven Fähigkeiten des Nachwuchses wiederherstellen. Ob ihre Forschungsergebnisse zu neuen Therapien auch für Menschen führen werden, ist nach Angabe der Studienautoren noch ungewiss. Viele Mechanismen der Schizophrenie seien noch weitgehend ungeklärt und das Wissen darum, welche konkreten Zellen entscheidend für eine fehlerhafte Verschaltung im Gehirn seien, nur ein erster Schritt, so die Wissenschaftler in der Mitteilung. (eb)

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