Nurses? Health Study II

Feinstaub: Doch keine Ursache für Brustkrebs?

Eine neue Analyse entlastet Feinstaub vom Verdacht, Brustkrebs zu fördern. Die Luftverschmutzung durch Straßenverkehr bleibt trotzdem im Dunstkreis der Verdächtigen.

Veröffentlicht:

BOSTON. Die Liste der mit Feinstaub in Verbindung gebrachten Krankheiten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Als gefährlich gelten vor allem ultrafeine Teilchen mit Durchmesser von maximal 2,5 µm (PM2,5). Bei starker Exposition scheint es unter anderem häufiger zu Asthma, Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebstodesfällen zu kommen.

Widersprüchliche Daten gibt es zu den Auswirkungen von Feinstaub auf das Brustkrebsrisiko. Ärzte um Jaime E. Hart,Brigham and Women's Hospital and Harvard Medical School, Boston, haben deshalb die prospektiv erhobenen Daten der Nurses? Health Study II analysiert. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse liefern allerdings keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Risiko (CEBP 2016; online 2. Juni).

An der Studie waren fast 116.000 zunächst gesunde Frauen (25-40 Jahre alt) beteiligt; 3416 entwickelten während der Beobachtungszeit (1993-2011) ein invasives Mamma-Ca. Anhand der zweijährlich aktualisierten Adressen der Probandinnen wurden Wohnortnähe zu verkehrsreichen Straßen und mittlere monatliche Feinstaubbelastung ermittelt. Bei keiner der erfassten Partikelgrößen (PM2,5, PM2,5-10, PM10) gab es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und dem Auftreten von Brustkrebs. Das galt für Hormonrezeptor-positive wie -negative Karzinome und unabhängig vom menopausalen Status der Frauen.

Trotz dieser negativen Ergebnisse halten die Studienautoren es für möglich, dass bei starker Exposition gegenüber Schadstoffen aus dem Straßenverkehr das Risiko für Brustkrebs leicht steigen könnte.

In der Studie hatten Frauen, die weniger als 50 Meter von den größten Straßenarten entfernt wohnten, eine um 60 Prozent höhere Brustkrebsrate als Frauen, die in mindestens 200 Metern Entfernung lebten. Der Unterschied war zwar nicht signifikant und beruhte auf nur acht Krebspatientinnen in direkter Nähe großer Straßen. Hart und Kollegen weisen jedoch darauf hin, dass der Befund mit vielen anderen Studien in Einklang stehe, die eine positive Assoziation von Stickoxiden und anderen verkehrsbedingten Luftschadstoffen mit Brustkrebs ergeben haben. (bs)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kasuistik

Rezidivierende Tumorbildung im linken Unterkiefer

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe