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Adipositas

Fettpolster lassen Darmtumoren wachsen

Der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Parametern zur Bestimmung von Übergewicht und dem kolorektalen Tumorwachstum wird offenbar über das viszerale Fettgewebe hergestellt.

Veröffentlicht:

BOSTON. Im Fettgewebe werden keineswegs nur überschüssige Kalorien bevorratet. Vielmehr handelt es sich um ein endokrin und metabolisch reges Organ.

Adipositas etwa führt dazu, dass der Spiegel zirkulierenden Insulins und des Wachstumsfaktors IGF-1 steigt - dies fördert die kolorektale Karzinogenese, und zwar durch gesteigerte Proliferation und gehemmte Apoptose von Darmzellen.

Allerdings ist Fett nicht gleich Fett. Zu unterscheiden ist vor allem subkutanes von viszeralem Fett, das die inneren Organe umgibt.

Letzteres hängt stärker mit der Insulinresistenz zusammen, es sezerniert mehr proinflammatorische Zytokine und weniger Adiponektin, ist lipolytisch und schleust freie Fettsäuren in den Blutkreislauf ein.

Parameter wie der Body-Mass-Index (BMI) und der Taillenumfang (Waist Circumference, WC) sind aber nicht geeignet, zwischen den beiden Fettarten zu differenzieren.

Je mehr Viszeralfett, desto höher das Risiko

Eine Forschergruppe um Nana Keum von der Harvard School of Public Health in Boston hat in einer Metaanalyse, in die Daten aus zwölf Studien einflossen, herausgefunden, dass jede Zunahme des Viszeralfett-Volumens um 25 cm2 mit einer Zunahme des Adenomrisikos im Darm um 13 Prozent einhergeht (Ann Oncol 2014; online 5. Dezember).

Außerdem errechneten die US-Forscher aus dem Vergleich mit einem viszeralen Fettvolumen von 30 cm2 eine Risikoerhöhung um 48 Prozent, wenn das Volumen 90 cm2, und um 98 Prozent, wenn das Volumen 150 cm2 umfasst.

Die Assoziation zu fortgeschrittenen Adenomen war dabei stärker ausgeprägt als jene zu nicht fortgeschrittenen. Eine Gegenüberstellung der höchsten und niedrigsten Kategorien für die viszerale Fettmasse zeigte, dass der Zusammenhang mit dem Adenomwachstum nach Abgleich von BMI, Taillenumfang und Subkutanfett erhalten blieb.

Umgekehrt schwächte die Einberechnung des viszeralen Fettgewebes die Beziehung zwischen den genannten Parametern zum Adenomrisiko ab.

Keum und Kollegen schlagen vor, den BMI und den Taillenumfang stets kombiniert zu verwenden, um so eine bessere Einschätzung der viszeralen Fettmasse zu erzielen.

Denn eine direkte Messung mit Computer- oder Magnetresonanztomografie ist relativ aufwändig.

Als geeignetes Surrogat der direkten Messung der viszeralen Fettmasse empfehlen die US-Wissenschaftler den "Visceral Adiposity Index" (VAI).

In die VAI-Formeln für Frauen und Männer (nachzulesen im Internet auf http://care.diabetesjournals.org/content/33/4/920.full) gehen außer dem Body-Mass-Index und dem Taillenumfang auch die Triglyzerid- sowie die HDL-Cholesterin-Konzentration ein. (rb)

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