Künstliche Intelligenz

Fördermittel für patientennahe Diabetes-Diagnostik

Die schnellere Diabetes-Diagnostik verspricht viel Potenzial für die Versorgung. Der Bund unterstützt die Forscher.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Künstliche Intelligenz sollbald  eine größere Rolle bei der Diagnostik spielen, hofft das Bundeswirtschaftsministerium.

Künstliche Intelligenz sollbald eine größere Rolle bei der Diagnostik spielen, hofft das Bundeswirtschaftsministerium.

© Victor Moussa / stock.adobe.com

Berlin/Konstanz/Tübingen. Die patientennahe Diagnostik nimmt nicht nur in der Diabetologie oder Onkologie einen immer bedeutenderen Stellenwert ein. Wissenschaftler wie Unternehmen setzen dabei auf das noch weitgehend unausgeschöpfte Potenzial, das ihnen die Künstliche Intelligenz (KI) bei der Datenbewertung bietet.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) fördert das vom Gesundheitsnetzwerk BioLAGO koordinierte bundesweite Netzwerk „DIGInostik – digitale Diagnostik für eine individuelle Therapie“ zur Entwicklung innovativer Diagnostik mithilfe IT und KI nun für weitere zwei Jahre durch Mittel des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand.

Konkret würden neue Lösungen für eine rasche Diagnostik, die nahe an Patienten ist, und damit eine bessere Gesundheitsversorgung entwickelt, beispielsweise Schnellnachweise für Diabetes, digital unterstützte Krebsdiagnostik und -therapie sowie automatisierte Probenverarbeitung und Auswertung medizinischer Messdaten gefördert, so das BMWi.

Mittels KI mögliche Risikopatienten frühzeitig erkennen

Diabetes wird schwerpunktmäßig im Cluster vom Siegfried Weller Institut der BG Klinik Tübingen betreut. In dem nach einem ehemaligen Ärztlichen Direktor, dessen besonderes Interesse der Verbindung von Klinikpraxis und medizinischer Forschung gegolten habe, benannten Institut wird laut BG Klinik Grundlagenforschung und angewandte Wissenschaft betrieben.

„Unser Fokus liegt aktuell auf Nebenerkrankungen (beispielsweise Diabetes) sowie deren negative Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel und die Wundheilung“, heißt es auf der Instituts-Website. Zudem etabliere das Institut eine Datenbank zur Auswertung von Untersuchungsdaten, die mittels KI mögliche Risikopatienten frühzeitiger erkennen soll, um diese noch gezielter zu behandeln.

Erfolgreicher Austausch

Trotz erschwerter Bedingungen durch die Pandemiesituation habe ein erfolgreicher Austausch zwischen den Netzwerkpartnern stattgefunden, so das in Konstanz angesiedelte Vierländer-Netzwerk BioLAGO. Aus den zwölf Arbeitsgruppen seien bereits sechs Projektvorschläge in verschiedenen Programmen des Bundes mit einem Gesamtvolumen von rund acht Millionen Euro eingereicht worden.

„Die zweijährige Förderung gibt uns eine längerfristige Planungssicherheit. Damit können wir uns noch mehr auf die Anbahnung und Umsetzung der Projekte konzentrieren“, erklärte BioLAGO-Vorstandsmitglied Dr. Michael Steinwand. (maw)

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