Erfolg im Mausversuch

Forscher transplantieren gezüchteten Ösophagus

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LONDON. Wissenschaftler haben einen biotechnisch erzeugten Ösophagus erfolgreich Mäusen transplantiert, berichtet die BBC. Die Forscher hoffen, ihre Studienergebnisse könnten zukünftig in einer potenziellen Therapieoption bei Ösophagusatresie oder anderen Defekten der Speiseröhre münden (Nat Commun 2018; online 16. Oktober).

Das Team um Dr. Luca Urbani vom Londoner Great Ormond Street Institute of Child Health nutze einen dezellularisierten Ratten-Ösophagus auf dessen Kollagengerüst es unter anderem Vorläuferzellen von Binde- und Muskelgeweben von Mensch und Maus pflanzte. Aus diesen gelang es den Forschern, die verschiedenen Schichten den Ösophagus zu züchten.

Dadurch, dass die Forscher Zellen unterschiedlicher Spezies verwendeten, konnten sie zwischen dem Ursprung jedes Gewebetyps unterscheiden, heißt es im BBC-Bericht. Die so entstandenen 2 cm langen Ösophagus-Abschnitte wurden anschließend Mäusen transplantiert.

Der Ösophagus aus dem Labor hatte die Fähigkeit zur Muskelkontraktion ."Wir waren erstaunt zu sehen, dass unser biotechnisch hergestelltes Gewebe sowohl die Struktur als auch die Funktion eines gesunden Ösophagus hatte und sich innerhalb einer Woche nach Transplantation an die nahegelegenen Blutgefäße anschloss", wird Co-Autorin Dr. Paola Bonfanti von der BBC zitiert.

Für die klinische Nutzung des Verfahrens sind noch weitere Studien nötig. Das Ziel sei es in Zukunft Organe aus den Speiseröhren von Schweinen biotechnisch zu erzeugen. Diese könnten mit patienteneigenen Stammzellen versehen werden, um das Risiko einer Transplantatabstoßung zu vermindern. (grz)

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