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Forschung muß möglich sein

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

Bei der Anwendung von Neuroimplantaten steht die Medizin erst ganz am Anfang. Es besteht kein Zweifel, daß diese Werkzeuge hohen Nutzen stiften können.

Hirnstammprothesen zur Behandlung bei Verlust des Hörnerven und die tiefen Hirnstimulatoren beim Morbus Parkinson sind nur die zwei prägnantesten Beispiele. Bei Blindheit, bei Lähmungen, in der Psychiatrie und bei Demenz eröffnen sich neue Einsatzfelder.

Doch es gibt auch Risiken, wie Tierversuche schon heute belegen. Das Verhalten von Ratten zum Beispiel kann bereits durch Neurostimulation ferngesteuert werden. Die Hirnleistung läßt sich verändern.

Das zeigt: Vorsicht ist bei Menschen angebracht. Manch einer wird in Versuchung kommen, auch bei Gesunden die Denkfähigkeit verbessern zu wollen oder Hirnimplantate bei psychisch Kranken nicht nur zur Anfallsprophylaxe, sondern auch zur Steuerung und zur Überwachung einzusetzen.

Vorsichtiger Einsatz bedeutet aber nicht Zurückhaltung bei der Forschung. Die wäre kontraproduktiv. Nur, wenn das ganze Einsatzspektrum und die Grenzen der Neurostimulation bekannt sind, kann sinnvoll entschieden werden, was ethisch vertretbar ist.

Lesen Sie dazu auch: Neuroimplantate werden bei Zwangserkrankungen erprobt

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