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Borstel

Forschungskonsortium zu Asthma und COPD

Veröffentlicht:

BORSTEL. Das Forschungszentrum Borstel hat im vergangenen Jahr zusammen mit acht anderen Instituten aus der Leibniz-Gemeinschaft das Projekt "EXASENS" zur Entwicklung eines Heimtests (Point-Of-Care-Tests) für Asthma und COPD initiiert.

Das Vorhaben wurde kurz vor Weihnachten zur Förderung bewilligt; der Verbund wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 6,25 Millionen Euro gefördert.

Es geht um das exakte Monitoring der Krankheit und frühe Diagnostik sich anbahnender Exazerbationen. Herkömmliche Verfahren basierten ja auf Lungenfunktionstests und der subjektiven Einschätzung durch den Arzt, so das Forschungszentrum in seiner Mitteilung.

Die so gewonnenen Ergebnisse seien jedoch nicht spezifisch genug, um die Ursache der Exazerbation zu diagnostizieren, Vorhersagen zu treffen und früh individuelle Therapiemaßnahmen einzuleiten. "EXASENS" soll mit einer Sensorplattform diese diagnostische Lücke schließen.

Dazu werden zunächst potenzielle Auslöser von Exazerbationen, etwa Bakterien, Viren, Pilzsporen oder auch Stäube, mit optoelektronischen und photonischen Messverfahren charakterisiert und spezifische Indikatoren definiert, welche eine zuverlässige Vorhersage von Exazerbationen erlauben.

Parallel dazu werde eine modular aufgebaute Kartusche entwickelt, in der alle erforderlichen Schritte zur Aufbereitung und Analyse von Patientenproben durchgeführt werden können, so das Forschungszentrum in seiner Mitteilung.

Lab-on-a-Chip-Technologien im Fokus

Die Wissenschaftler legen dabei den Fokus auf Lab-on-a-Chip-Technologien. Durch die Kombination mehrerer Cent-Stück-großer Chips mit unterschiedlicher Funktionalität entsteht eine Messplattform, die dem Nutzer innerhalb kurzer Zeit krankheitsspezifische Informationen liefern wird.

Die komplexen Abläufe der Analyse zum Beispiel von Speichelproben werden in einem intuitiv zu bedienenden Gerät integriert, das in der Arztpraxis oder zu Hause anwendbar ist.

Ärzte könnten so eine Verschlimmerung im Krankheitsverlauf früh und ursachenspezifisch erkennen und individuelle Therapiemaßnahmen einleiten. Aufgrund der kompakten Bauweise und einfachen Handhabung eignet sich die Technologie auch für telemedizinische Anwendungen.

Betroffenen Patienten werde es ermöglicht, den Krankheitsverlauf selbstständig und verlässlich zu überwachen und die Testergebnisse online an den behandelnden Hausarzt oder eine Klinik zu übermitteln.

Die Zahl nicht erforderlicher ambulanter oder gar notfallmedizinischer Behandlungen und die dadurch entstehenden Kosten für das Gesundheitssystem können drastisch reduziert werden. (eb)

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