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Brustkrebs-Rezidiv

Frauen profitieren von Adjuvanz

Bei einem Lokalrezidiv profitieren nach Resektion vor allem Östrogenrezeptor-negative Patientinnen mit Brustkrebs von einer adjuvanten Chemotherapie.

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LUZERN. Bei einem Lokalrezidiv profitieren vor allem Östrogenrezeptor-negative Patientinnen mit Brustkrebs von einer adjuvanten Chemotherapie, nachdem das Rezidiv komplett reseziert worden ist. Ohne Chemotherapie leben fünf Jahre nach der Therapie signifikant weniger Patientinnen krankheitsfrei.

Den Nutzen der adjuvanten Chemotherapie überprüfte eine internationale Gruppe von Onkologen unter anderem aus der Schweiz in der vor zehn Jahren begonnenen offenen randomisierten Studie CALOR (Chemotherapy as Adjuvant for Locally Recurrent Breast Cancer).

An der Studie über sieben Jahre mit einem medianen Follow-up von 4,9 Jahren hatten 162 Frauen mit unilateralem Mamma-Ca nach Mastektomie oder Lumpektomie teilgenommen, deren histologisch nachgewiesenes lokoregionäres Rezidiv komplett reseziert worden war (The Lancet Oncology 2014; 15(2): 156-163).

Bei 143 Patientinnen war der Östrogenrezeptorstatus des Lokalrezidivs bekannt, bei 110 war er positiv. 81 von geplant 85 Studienteilnehmerinnen wurden innerhalb von 16 Wochen nach der Resektion chemotherapeutisch behandelt, die übrigen 77 nicht.

Patientinnen mit rezeptorpositiven Rezidiven erhielten eine adjuvante Hormontherapie. Bestrahlt wurde, wenn die Histologie des Resektionsrandes positiv war (zunächst mit 50, ab 2008 mit 40 Gray). Die Auswahl der Chemotherapeutika lag im Ermessen des behandelnden Onkologen.

Eine Anti-HER2/neu-Therapie mit Trastuzumab ab 2004 und mit anderen Therapeutika ab 2008 war erlaubt. Primärer Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben, sekundärer Endpunkt das Gesamtüberleben.

Nach fünf Jahren lebten von den Patientinnen, die eine Chemotherapie erhalten hatten, noch 69 Prozent ohne Zeichen einer erneuten Krebserkrankung, also ohne lokal-invasive oder regionale Veränderungen, ohne Fernmetastasen oder Zweittumor. In der Gruppe ohne Chemotherapie waren es dagegen nur 57 Prozent. Das entspricht einer Hazard Ratio (HR) von 0,59.

Die Wahrscheinlichkeit, nach fünf Jahren noch krankheitsfrei zu leben, wird somit durch die Chemotherapie um 41 Prozent erhöht. Auch das Gesamtüberleben nach fünf Jahren war in der Gruppe der Patientinnen mit Chemotherapie signifikant höher (88 versus 76 Prozent).

Besonders profitierten Frauen, deren Rezidiv Östrogenrezeptor-negativ war, von der Chemotherapie, das Rezidivrisiko wurde um etwa zwei Drittel reduziert (HR: 0,32). Der Anteil der Patientinnen, die nach fünf Jahren noch krankheitsfrei lebten, lag bei 67 Prozent in der Chemotherapiegruppe und nur 35 Prozent in der Gruppe ohne Chemotherapie.

In der rezeptorpositiven Vergleichsgruppe lag der Anteil mit 70 beziehungsweise 69 Prozent fast gleich hoch. Allerdings, so die Onkologen, könne ein Nutzen der Chemotherapie bei positivem Rezeptorstatus nicht völlig ausgeschlossen werden, weil die knapp fünf Jahre Follow-up möglicherweise zu kurz gewesen seien. Zudem sei in der Berechnung des HR-Wertes (0,94) das Konfidenzintervall (zwischen 0,47 und 1,89) sehr weit gewesen.

Die aktuelle Auswertung der CALOR-Studie liefert nach Ansicht der Onkologen einen starken Hinweis darauf, dass bei Brustkrebs die Charakteristika des Rezidivs ein besserer Indikator für das Ansprechen auf die Therapie sind, als diejenigen des Primärtumors, wie sich beim Fokus auf den Rezeptorstatus gezeigt habe.

Auch wenn die Patientenzahl der Studie niedrig sei, spiegelten die gewonnenen Daten die Ergebnisse einer Metaanalyse von mehr als 120 Studien mit über 100.000 Frauen mit primärem Mammakarzinom wider (Lancet 2012; 379: 432-444). (ple)

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