Direkt zum Inhaltsbereich

Frühchen brauchen rechtzeitig RSV-Schutz

HAMBURG (agr). Auch in diesem Jahr wird es in der feucht-kalten Jahreszeit wieder Ausbrüche von Atemwegs-Infektionen mit dem Respiratory Syncytial Virus (RSV) geben. Frühgeborene sowie Kleinkinder mit Herzfehlern oder mit bronchopulmonaler Dysplasie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von RSV-Bronchitiden oder -Pneumonien.

Veröffentlicht:

Mit dem monoklonalen Antikörper Palivizumab (SynagisTM) besteht die Möglichkeit, Säuglinge mit erhöhtem Risiko rechtzeitig gegen das Virus zu schützen (wir berichteten). In Studien wurden mit der Immunisierung Klinikaufenthalte wegen RSV-Erkrankungen um 40 bis 80 Prozent reduziert. Fachgesellschaften empfehlen diesen Frühgeborenen die Immunisierung mit Palivizumab:

  • Frühgeborene bis zur 28. SSW ohne chronische Lungenerkrankung, die bis zu 12 Monate vor der nächsten RSV-Saison geboren wurden.
  • Frühgeborene bis zur 32. SSW ohne chronische Lungenerkrankung, die bis zu 6 Monate vor der nächsten RSV-Saison geboren wurden.
  • Frühgeborene bis zur 35. SSW, die zu Beginn der RSV-Saison unter einem halben Jahr alt sind und zwei weitere Risikofaktoren aufweisen. Das Therapieschema hat Professor Jürgen Seidenberg vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Oldenburg erläutert: Die Kinder bekommen von Beginn bis Ende der RSV-Saison, das heißt etwa von Oktober bis März, einmal monatlich 15 mg Palivizumab pro kg KG intramuskulär injiziert. Die Aktivität von RSV wird in Deutschland von einem Forschernetzwerk überwacht.

Bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Abbott hat Seidenberg weitere Präventionsmaßnahmen für die Beratung von Eltern erläutert: Die Säuglinge sollten möglichst keinen Kontakt zu Personen mit akuten Infektionen haben. Besucher sollten zwei Meter Abstand zu den Kindern halten. Virusinfekte werden aber oft nicht bemerkt, und Viren werden meist über die Hände übertragen. Vor Kontakt mit einem Risikokind sollten Hände daher immer gründlich mit Seife gewaschen werden.

Desinfektionsmittel müßten mindestens 30 Sekunden einwirken. Risikokinder sollten in der RSV-Saison nicht in Kleinkindergruppen gegeben werden, da hier eine Übertragung praktisch unvermeidbar ist. Außerdem muß ein absolutes Rauchverbot im Wohnbereich des Kindes eingehalten werden. Passivrauch verschlimmere nachweislich den Verlauf der Erkrankung.

Aktuelle Informationen über die Aktivität von RSV gibt es im Internet unter: http://PID-ARI.net.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fr1da-Studie

Typ-1-Diabetes: Kommt bald das bevölkerungsweite Screening?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

© Vladimir Vladimirov | iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Round-Table-Gespräch

Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Lesetipps
Eine auswahl frischer, unverarbeiteter Lebensmittel mit antioxidativen Wirkungen.

© bit24 - stock.adobe.com

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Cristiano Ronaldo schießt auf das Tor von Manuel Neuer.

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matthias Hangst

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Spitzensport schützt – und hinterlässt Spuren