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Robert Koch-Institut

Fünf neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

Auch in einigen nördlichen Bundesländern finden sich mittlerweile FSME-Risikogebiete: Mit dem Stadtkreis Dessau-Roßlau wurde jetzt das erste FSME-Risikogebiet in Sachsen-Anhalt überhaupt ausgewiesen.

Von Anne Bäurle Veröffentlicht:
Aktuell sind in Deutschland 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.

Aktuell sind in Deutschland 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.

© Heiko Barth/stock.adobe.com

Berlin. Fünf neue FSME-Risikogebiete hat das Robert Koch-Institut (RKI) für Deutschland angegeben: Den Landkreis (LK) Dillingen an der Donau (Bayern), LK Fulda (Hessen), LK Mittelsachsen (Sachsen), LK Weimarer Land (Thüringen) und den Stadtkreis Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt).

Während die vier erstgenannten Landkreise an bisherige Risikogebiete angrenzen, ist der Stadtkreis Dessau-Roßlau das erste Risikogebiet in Sachsen-Anhalt überhaupt. Er ist zudem nach dem Landkreis Emsland in Niedersachsen ein weiteres nördlich gelegenes FSME-Risikogebiet (Epid Bull 9/2021).

2020 war ein Rekordjahr

Mit den fünf neuen Risikogebieten sind aktuell insgesamt 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert. Das RKI betont allerdings, es seien auch in Bundesländern ohne Risikogebiete vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet worden. So seien von 2002 bis 2020 insgesamt 197 Fälle außerhalb der im Jahr 2020 ausgewiesenen Risikogebiete aufgetreten, davon 20 im Jahr 2020. Besonders während der Zeckensaison sollte daher bei entsprechenden Symptomen überall in Deutschland differenzialdiagnostisch an FSME gedacht werden.

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Im Jahr 2020 wurde mit 704 FSME-Erkrankungen die bislang höchste Fallzahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet. Dies entspricht einer Zunahme von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 445 FSME-Erkrankungen. Somit wurde nach dem bislang fallstärksten Jahr 2018 mit 583 FSME-Erkrankungen ein neuer Höchstwert erreicht.

Bei 50 Prozent der 2020 übermittelten Erkrankungen wurde ein klinisches Bild mit neurologischen Manifestationen einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis angegeben. Dies entspricht Angaben des RKI zufolge dem des Vorjahres 2019 (52 Prozent), was vermuten lasse, dass die FSME-Diagnostik und das Meldeverhalten auch während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 nicht merklich beeinflusst wurden. Eine über 80-jährige Person starb an ihrer FSME-Erkrankung.

Viele Fälle ließen sich vermeiden

Fast alle, und zwar 98 Prozent, der 2020 gemeldeten FSME-Erkrankten waren gar nicht oder nur unzureichend geimpft, die Grundimmunisierung war also unvollständig oder Auffrischimpfungen fehlten. „Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden“, fasst das RKI zusammen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine FSME-Impfung ja für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Auch in Risikogebieten sind die Impfquoten allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau, und hier besonders bei Personen im Alter über 60 Jahren. Gerade bei dieser Personengruppe ist das Risiko einer schweren Erkrankung aber bekanntlich deutlich erhöht.

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