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Fußballfieber geht aufs Herz - bei WM 2006 dreimal mehr Herzinfarkte

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MÜNCHEN (hub). Vergebene Torchancen oder Traumtore - Fußballspiele sind nicht nur spannend, sie können auch nervenaufreibend sein. Und: Das Risiko für Herzinfarkte steigt. Besonders gefährdet sind Patienten mit KHK. Das hat die Auswertung der Einsatzprotokolle von 24 Notarztstandorten während der Fußball-WM 2006 ergeben.

Forscher des Uniklinikums München-Großhadern verglichen die Daten der Notfallstationen während der WM (Juni bis Juli 2006) mit denen eines Kontrollzeitraums (NEJM 358, 2008, 475). Insgesamt wurden 4279 Patienten wegen akuter kardiovaskulärer Ereignisse in die Notfallstationen aufgenommen. Bei Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gab es wesentlich mehr Notfälle als im Kontrollzeitraum:

  • 2,7-mal mehr Patienten kamen auf die Notfallstationen, bei Männern waren die Zahl 3,3-fach und bei Frauen 1,8-fach erhöht.
  • Herzinfarkte mit ST-Streckenhebung nahmen um das 2,5-fache zu.
  • Die Zahl von Myokardinfarkten ohne ST-Hebung oder von instabiler Angina stieg 2,6-fach.

Besonders gefährdet waren während der Fußball-WM Patienten mit bekannter KHK: Ihr Anteil bei den Notfall-Patienten lag bei fast 50 Prozent, sonst jedoch lag ihr Anteil nur bei 29 Prozent.

Was die Forscher auch fanden: Je mehr es bei den Spielen um etwas ging, desto mehr Herzattacken gab es: Besonders hoch war die Zahl an Notfalleinweisungen bei den Viertel- und Halbfinalspielen der deutschen Mannschaft - gegen Argentinien und Italien. Beim Spiel um Platz drei - die goldene Ananas - gab es nicht mehr Herzattacken als im Kontrollzeitraum.

Als Gegenmaßnahmen für KHK-Patienten empfehlen die Kollegen: Betablocker-Dosis erhöhen, antientzündliche Arzneien wie Statine oder Plättchenhemmer wie ASS.

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