GBA: Insulinanaloga für Risikopatienten

BERLIN (sun). Ärzte erhalten bei der Verschreibung von Insulinanaloga in Zukunft mehr Verantwortung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in Berlin beschlossen.

Veröffentlicht:
In Zukunft liegt die Entscheidung beim Arzt, ob ein Patient lang wirkende Insulinanaloga erhalten soll. © imagebroker / begsteiger / imago

In Zukunft liegt die Entscheidung beim Arzt, ob ein Patient lang wirkende Insulinanaloga erhalten soll. © imagebroker / begsteiger / imago

© imagebroker / begsteiger / imago

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die ein hohes Risiko für eine schwere Hypoglykämie aufweisen, wird es möglich sein, ein lang wirksames Insulinanalogon mit dem Wirkstoff Glargin zu verschreiben. Dem muss allerdings eine intensivierte Insulintherapie mit individueller Therapiezielüberprüfung und entsprechender Anpassung der Blutzuckersenkung vorangegangen sein, die allerdings das Risiko einer schweren Unterzuckerung für die Patienten nicht beheben konnte.

"Es ist nicht sinnvoll, mit einer Verordnung von Insulinanaloga zuwarten, bis ein Schaden eingetreten ist und die Patienten eine schwere Hypoglykämie erlitten haben", sagte Rainer Hess, Unparteiischer Vorsitzender des GBA. In Zukunft liege die Entscheidung bei dem jeweils behandelnden Arzt, welcher Patient ein solches Risiko habe.

Im Juli 2006 hatte der GBA auf der Grundlage einer Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschlossen, dass schnell wirkende Insulinanaloga keinen medizinischen Zusatznutzen im Vergleich zu Humaninsulin aufweisen. In der Folge wurden Insulinanaloga nur dann von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen, wenn sie nicht teurer waren als Humaninsulin.

Hess forderte Krankenkassen und Arzneimittelhersteller dazu auf, weitere Rabattverträge über Insulinanaloga zu schließen. Damit würden die Therapiemöglichkeiten der Ärzte in jedem Fall wesentlich erleichtert werden. "Rabattierte Insulinanaloga sind umgehend und ohne weiteren Beschluss des GBA voll zulasten der GKV verordnungsfähig", so Hess.

Insulinanaloga sind bereits seit zehn Jahren in Deutschland auf dem Markt. Der Beschluss des GBA wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt. Nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger tritt er in Kraft.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit konservativer Therapie

Hyperparathyreoidismus: Operation kann vor Diabetes schützen

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?