Diabetes mellitus

GBA: Insulinanaloga für Risikopatienten

BERLIN (sun). Ärzte erhalten bei der Verschreibung von Insulinanaloga in Zukunft mehr Verantwortung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in Berlin beschlossen.

Veröffentlicht: 19.03.2010, 14:50 Uhr
GBA: Insulinanaloga für Risikopatienten

In Zukunft liegt die Entscheidung beim Arzt, ob ein Patient lang wirkende Insulinanaloga erhalten soll. © imagebroker / begsteiger / imago

© imagebroker / begsteiger / imago

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die ein hohes Risiko für eine schwere Hypoglykämie aufweisen, wird es möglich sein, ein lang wirksames Insulinanalogon mit dem Wirkstoff Glargin zu verschreiben. Dem muss allerdings eine intensivierte Insulintherapie mit individueller Therapiezielüberprüfung und entsprechender Anpassung der Blutzuckersenkung vorangegangen sein, die allerdings das Risiko einer schweren Unterzuckerung für die Patienten nicht beheben konnte.

"Es ist nicht sinnvoll, mit einer Verordnung von Insulinanaloga zuwarten, bis ein Schaden eingetreten ist und die Patienten eine schwere Hypoglykämie erlitten haben", sagte Rainer Hess, Unparteiischer Vorsitzender des GBA. In Zukunft liege die Entscheidung bei dem jeweils behandelnden Arzt, welcher Patient ein solches Risiko habe.

Im Juli 2006 hatte der GBA auf der Grundlage einer Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschlossen, dass schnell wirkende Insulinanaloga keinen medizinischen Zusatznutzen im Vergleich zu Humaninsulin aufweisen. In der Folge wurden Insulinanaloga nur dann von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen, wenn sie nicht teurer waren als Humaninsulin.

Hess forderte Krankenkassen und Arzneimittelhersteller dazu auf, weitere Rabattverträge über Insulinanaloga zu schließen. Damit würden die Therapiemöglichkeiten der Ärzte in jedem Fall wesentlich erleichtert werden. "Rabattierte Insulinanaloga sind umgehend und ohne weiteren Beschluss des GBA voll zulasten der GKV verordnungsfähig", so Hess.

Insulinanaloga sind bereits seit zehn Jahren in Deutschland auf dem Markt. Der Beschluss des GBA wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt. Nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger tritt er in Kraft.

Mehr zum Thema

Prävention

Gesunde Ernährung muss erlebt werden

Kooperation | Eine Kooperation von: AOK-Bundesverband

IQWiG-Bericht

„Proteomanalyse ohne Nutzen bei Nephropathie“

Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Was kann ein GLP-1-RA?

Start in die Injektionstherapie

Was kann ein GLP-1-RA?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Studienlage im Überblick

GLP-1-RA für Erstverordner

Studienlage im Überblick

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Statintherapie mit 80 Jahren beginnen? Klar doch!

Primärprävention

Statintherapie mit 80 Jahren beginnen? Klar doch!

Wie MoniKa Ärzte und Patienten entlastet

Versorgungsprojekt „Mambo“

Wie MoniKa Ärzte und Patienten entlastet

Amnesty: Beschäftigte im Gesundheitswesen in Gefahr

Nicht nur wegen COVID-19

Amnesty: Beschäftigte im Gesundheitswesen in Gefahr

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden