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Kommentar – Komplementärmedizin

Gar nicht harmlos!

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Das Bedürfnis von Patienten, nach der Diagnose einer schweren Erkrankung nichts unversucht zu lassen, ist verständlich: Etwa 50 Prozent der Krebskranken in Deutschland nutzen ein breites Spektrum an komplementären Behandlungsmethoden, von Phytotherapie über Homöopathie und TCM bis zu Krebsdiäten oder Außenseiterverfahren. Mit den als natürlich und schonend wahrgenommenen Verfahren hoffen sie, die Wirkung der Standardtherapie zu optimieren.

Tatsächlich können einige komplementärmedizinische Maßnahmen bei indikationsgemäßer Anwendung die Nebenwirkungen von etablierten Therapien reduzieren und/oder die Lebensqualität verbessern. Die meisten Methoden sind jedoch nicht ausreichend geprüft; ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind nicht erwiesen.

Schädliche Wirkungen können auch durch Interaktionen mit der Standardtherapie hervorgerufen werden. Die größere Gefahr scheint jedoch darin zu bestehen, dass die Patienten den Begriff der komplementären – sprich: ergänzenden – Therapie missachten. Durch pseudowissenschaftliche Publikationen und falsche Heilversprechen in Bezug auf die Komplementärmedizin verführt, zögern sie evidenzbasierte kurative Therapien hinaus oder lehnen sie ab. Die vermeintlich "sanfte Medizin" kann dann im schlimmsten Fall tödlich wirken.

Lesen Sie dazu auch: Schlechtere Überlebenschancen: Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

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Kommentare
Rudolf Hege 17.08.201815:11 Uhr

Potential verschenkt

Leider hat diese Studie Potential verschenkt. Es ist ja richtig, dass viele komplementäre Methoden nicht wirklich umfassend untersucht sind - es finden sich selten Sponsoren für entsprechende Studien, versprechen Curcumin & Co doch keine attraktiven Renditen. Also werden sie meist aufgrund von Erfahrungen oder Pilotstudien angewendet, die nicht immer verallgemeinert werden können.
Insofern wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Studie auch erfasst hätte, was für Methoden im Einzelfall angewendet wurden - und ob sich daraus Unterschiede ergeben. Ob man beispielsweise mit Hyperthermie und Curcumin agiert oder - wie Steve Jobbs - NUR mit Meditation und Ernährung, ist in meinen Augen durchaus ein Unterschied. Während der eine sich für eine umfassende individuelle komplementäre Strategie entscheidet, versucht der andere seinen Krebs mit MMS wegzutröpfeln. Das gleichzusetzen ist doch sehr fragwürdig.

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