Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar – Komplementärmedizin

Gar nicht harmlos!

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Das Bedürfnis von Patienten, nach der Diagnose einer schweren Erkrankung nichts unversucht zu lassen, ist verständlich: Etwa 50 Prozent der Krebskranken in Deutschland nutzen ein breites Spektrum an komplementären Behandlungsmethoden, von Phytotherapie über Homöopathie und TCM bis zu Krebsdiäten oder Außenseiterverfahren. Mit den als natürlich und schonend wahrgenommenen Verfahren hoffen sie, die Wirkung der Standardtherapie zu optimieren.

Tatsächlich können einige komplementärmedizinische Maßnahmen bei indikationsgemäßer Anwendung die Nebenwirkungen von etablierten Therapien reduzieren und/oder die Lebensqualität verbessern. Die meisten Methoden sind jedoch nicht ausreichend geprüft; ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sind nicht erwiesen.

Schädliche Wirkungen können auch durch Interaktionen mit der Standardtherapie hervorgerufen werden. Die größere Gefahr scheint jedoch darin zu bestehen, dass die Patienten den Begriff der komplementären – sprich: ergänzenden – Therapie missachten. Durch pseudowissenschaftliche Publikationen und falsche Heilversprechen in Bezug auf die Komplementärmedizin verführt, zögern sie evidenzbasierte kurative Therapien hinaus oder lehnen sie ab. Die vermeintlich "sanfte Medizin" kann dann im schlimmsten Fall tödlich wirken.

Lesen Sie dazu auch: Schlechtere Überlebenschancen: Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026

Fortgeschrittenes kleinzelliges Lungenkarzinom

Galenus-Preis 2026: Imdylltra® gewinnt in der Kategorie Specialist Care

Kommentare
Rudolf Hege 17.08.201815:11 Uhr

Potential verschenkt

Leider hat diese Studie Potential verschenkt. Es ist ja richtig, dass viele komplementäre Methoden nicht wirklich umfassend untersucht sind - es finden sich selten Sponsoren für entsprechende Studien, versprechen Curcumin & Co doch keine attraktiven Renditen. Also werden sie meist aufgrund von Erfahrungen oder Pilotstudien angewendet, die nicht immer verallgemeinert werden können.
Insofern wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Studie auch erfasst hätte, was für Methoden im Einzelfall angewendet wurden - und ob sich daraus Unterschiede ergeben. Ob man beispielsweise mit Hyperthermie und Curcumin agiert oder - wie Steve Jobbs - NUR mit Meditation und Ernährung, ist in meinen Augen durchaus ein Unterschied. Während der eine sich für eine umfassende individuelle komplementäre Strategie entscheidet, versucht der andere seinen Krebs mit MMS wegzutröpfeln. Das gleichzusetzen ist doch sehr fragwürdig.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: ASTRUM-005-Studie: Finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

Serplulimab beim ES-SCLC

Aus Evidenz wird eine starke Leitlinienempfehlung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Accord Healthcare GmbH, München
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Lesetipps
Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026 in der Kategorie Specialist Care:

© Marc-Steffen Unger

Fortgeschrittenes kleinzelliges Lungenkarzinom

Galenus-Preis 2026: Imdylltra® gewinnt in der Kategorie Specialist Care