Geflügel wird möglicherweise bald eingesperrt

NEU-ISENBURG (mut/ug). Nachdem das für Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nun auch in Rumänien nachgewiesen wurde, wird über eine Stallpflicht für Geflügel in Deutschland diskutiert.

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Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) fordert eine Stallpflicht für Geflügel in ganz Deutschland. Bei einer Konferenz der Tierseuchenexperten am Dienstag werde sich Bayern dafür einsetzen, sagte er am Wochenende. Wenn dies nicht gelinge, werde Bayern die Stallpflicht im Alleingang im Freistaat anordnen.

Keine Gefahr gibt es offenbar durch Tauben und Taubenkot, berichtet die Leiterin des Nationalen Referenzlabors für Vogelgrippe auf der Insel Riems, Dr. Ortrud Werner. Sie habe versucht, Tauben im Labor mit H5N1 zu infizieren. Erst bei massiven Mengen der Viren seien einige Tauben erkrankt und gestorben, so Werner. Im Versuch hätten selbst kranke Tiere nur wenige der gefährlichen Erreger mit Kot ausgeschieden.

Ärzte aus Vietnam haben unterdessen bei einer durch H5N1 erkrankten Frau Viren isoliert, die gegen Oseltamivir (Tamiflu®) resistent sind. Die Frau war zuvor erfolgreich mit dem Medikament behandelt worden.

Im Tierversuch erwiesen sich die resistenten H5N1 Viren als weniger aggressiv. Zudem waren sie sensitiv gegen Zanamivir (Relenza®). Die Forscher raten daher, beide Mittel einzulagern, um die Bevölkerung bei einer Pandemie zu schützen (Nature 437, 2005, 1108).

Reisewarnungen gibt es derzeit für kein Land, in dem Vogelgrippe vorkommt. Reisende sollten aber Vorsichtsmaßnahmen einhalten, so das Centrum für Reisemedizin: Geflügel-Märkte und -Farmen meiden sowie nur gut durchgebratenes Geflügelfleisch und keine rohen Eier essen.

Lesen Sie dazu auch: Vogelgrippe - ein Thema in den Praxen RKI rät davon ab, Grippemittel off-label zu geben Prophylaxe und Therapie gibt es nicht für alle

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Zu früh für Gruselgeschichten

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