Gentherapie lässt Blinde sehen

SAN FRANCISCO (mut). Mithilfe einer Gentherapie ist es US-Ärzten gelungen, die Sehfähigkeit bei einer genetisch bedingten Retinadegeneration wieder komplett herzustellen oder zumindest deutlich zu verbessern.

Veröffentlicht:
Gentherapie lässt Blinde sehen

© Foto: sam richter www.fotolia.de

In der Phase-I-Studie, die US-Ophthalmologen jetzt in San Francisco vorgestellt hatten, wurden zwölf Patienten mit Leberscher kongenitaler Amaurose behandelt (Lancet online). Bei dieser Krankheit kommt es aufgrund eines Gendefekts zu einer Degeneration der Retina, die im Kindes- und Jugendalter zu einem schweren Sehverlust führt und die Betroffenen im Alter von 20 bis 40 Jahren komplett erblinden lässt.

In der Studie erhielten Patienten im Alter von 8 bis 44 Jahren je eine subretinale Injektion eines viralen Vektors in das am schlimmsten betroffene Auge. Dieser Vektor enthielt die funktionsfähige Version des Gens, das bei den Patienten defekt ist. Anschließend wurde die Augenfunktion zwei Jahre lang regelmäßig untersucht.

Ergebnis: Bei allen Patienten besserte sich die Retinafunktion - wie erwartet jedoch am stärksten bei Kindern, da die Degeneration bei ihnen noch am wenigsten fortgeschritten war. Das jüngste Kind erlangte praktisch wieder eine normale Lichtempfindlichkeit. Die älteren Kinder konnten zumindest wieder ohne Hilfe selbstständig gehen, was zuvor nicht möglich gewesen war. Die Forscher um Dr. Albert M. Maguire aus Philadelphia sehen mit ihrer Gentherapie auch Chancen bei anderen Formen der Retinadegeneration.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Retrospektive Kohortenstudie

Typ-2-Diabetes: Wohl geringeres Glaukomrisiko unter Tirzepatid

Zulassungserweiterung für VEGF-Inhibitor bei Makulaödem infolge eines RVV

Aflibercept 8 mg bei nAMD, DMÖ und jetzt auch RVV

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht